Deckengemälde soll neue Lebenswelten aufzeigen

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 In der Kunstschule Sauterleute erstellen Kinder gemeinsam ein Deckengemälde zum Thema „Unsere globalisierte, multikulturelle We
In der Kunstschule Sauterleute erstellen Kinder gemeinsam ein Deckengemälde zum Thema „Unsere globalisierte, multikulturelle Welt“. (Foto: Kunstschule Sauterleute)
Schwäbische Zeitung

„Demokratie ist machbar, Herr Nachbar! Und Demokratie macht Sinn, Frau Nachbarin.“ In Anlehnung an diesen Sponti-Spruch der 70er-Jahre erarbeiten Schüler der Kunstschule in Kooperation mit Kindern und Jugendlichen aller Klassenstufen der Gemeinschaftsschule (GMS) derzeit ein Deckengemälde, teilt die Stiftung St. Anna mit.

Inspiriert sei dieses Projekt von Giambattista Tiepolos Deckenfresko aus den 1750er-Jahren, das in der Würzburger Residenz die damals bekannten Erdteile Afrika, Asien, Amerika und Europa allegorisch darstellt. Nun würden 50 Schüler dieses Thema aktualisieren. Eine globalisierte, multikulturelle Welt entfalte sich, so, wie sie Kinder und Jugendliche sehen, erleben und wünschen.

Dazu lernen die Schüler skizzieren, zeichnen und malen in unterschiedlichen Techniken sowie den Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen. Bildideen werden gesammelt, gebündelt und zu Motiven entwickelt. Dabei werden die dargestellten Figuren und Dinge in perspektivischer Verkürzung dargestellt. Durch diese Darstellungstechnik scheinen Gebäude und Figuren in den Himmel zu ragen, Erde und Luftraum sind bestückt und bewegt von in die Höhe strebenden Figuren und Dingen – von Wolkenkratzern, Bäumen und Tieren, von Wellen und Surfern, Seiltänzern und Musikern, von nationalen Spezialitäten und Freundesgruppen ohne nationalen Unterschied. Es sei eine Herausforderung, die die Kinder und Jugendlichen eifrig annehmen.

Die Vermittlung von kulturgeschichtlichen Aspekten geht nach Angaben der Stiftung Hand in Hand mit politischen Gedanken, die immer wieder erörtert werden. „Es ist beeindruckend, wie die Kinder und Jugendlichen verschiedenen Herkünfte und kultureller Hintergründe zusammenwirken und wie fraglos der Demokratiegedanke im gemeinsamen Tun Praxis wird“, so die Leiterin der Kunstschule, Elisabeth Sauterleute. „Auch wie der kreative Prozess das kognitive Lernen fördert und darüber hinaus Werte wie Toleranz und Miteinander festigt. Die Förderung des Projektes durch ,Demokratie leben!’ ist dadurch eine Investition in die Zukunft.“

Das vier mal vier Meter große Gemälde setzt sich aus vier Leinwänden zusammen, die immer wieder anders miteinander kombiniert werden können und so stets neue Lebenswelten aufzeigen und zum weiteren Nachdenken anregen. Nach ihrer Präsentation in den Schaufenstern der Kunstschule werden sie ihren Platz an der Decke des Treppenhauses der Gemeinschaftsschule finden. Das Projekt dauert noch bis zum Ende des Schuljahres und wird durch „Demokratie leben!“ gefördert. Die Lehrerin Patricia Nikas koordiniert das Projekt vonseiten der GMS.

Die Partnerschaft für Demokratie Leutkirch-Aichstetten-Aitrach wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die nächste Antragsfrist ist der 9. August.

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