Blitzeinschlag zerstört Kühlschränke im Leutkircher Tafelladen

 Ursula Maucher (von links), Susanne Pfeffer und Wolfgang Stockburger müssen nun ohne die kaputten Kühlschränke auskommen.
Ursula Maucher (von links), Susanne Pfeffer und Wolfgang Stockburger müssen nun ohne die kaputten Kühlschränke auskommen. (Foto: Simon Nill)
Redaktionsleiter

Ein Blitzeinschlag hat bereits am Mittwoch, 20. Juli, während eines Gewitters sämtliche Kühlschränke im Leutkircher Tafelladen zerstört.

Konkret habe der Blitz für eine Überspannung in einer Stromleitung gesorgt, die offenbar dazu führte, dass die Platinen in den drei Geräten verbrannt sind, erklärt Wolfgang Stockburger, der beim DRK für die Tafelläden im Altkreis Wangen zuständig ist, nun im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“.

Am Tag nach dem Blitzeinschlag sei die Aufregung im Tafelladen zunächst groß gewesen, berichten Ursula Maucher, Leiterin der Leutkircher Einrichtung, und Ehrenamtskoordinatorin Susanne Pfeffer.

Kurzerhand sei es den Verantwortlichen allerdings gelungen, einen Kühlschrank des Bad Wurzacher Tafelladens sowie zwei Geräte der evangelischen Kirchengemeinde auszuleihen. Dadurch konnten sämtliche Lebensmittel gerettet werden. „Das zeigt die große Solidarität, die es hier gibt“, stellt Susanne Pfeffer klar.

Mit so etwas kann man nicht rechnen.
Wolfgang Stockburger

Eine langfristige Lösung ist das allerdings nicht, schließlich werden die geliehenen Kühlschränke in absehbarer Zeit wieder an anderer Stelle gebraucht. Weil die kaputten drei großen Kühlschränke mittlerweile zwölf Jahre alt seien, gebe es keine passenden Ersatzteile mehr, sagt Wolfgang Stockburger.

So ärgerlich das auch sei, müsse die Einrichtung neue Geräte anschaffen. Die Kosten dafür liegen seinen Recherchen nach bei mehr als 3000 Euro. Mögliche Spenden aus der Bevölkerung seien sehr willkommen.

„Mit so etwas kann man nicht rechnen“, erklärt Stockburger. Die anstehenden Kosten fallen in eine Zeit, die für die Tafelläden in der Region ohnehin schon herausfordernd sind. „Die Tafeln im Altkreis Wangen schlagen Alarm“, lautete eine Schlagzeile in der „Schwäbischen Zeitung“ Ende des vergangenen Jahres.

Vor allem wegen der Corona-Pandemie mussten die Verantwortlichen mit erheblichen finanziellen Einbußen zurechtkommen.

Zahl der Kunden ist gestiegen

Mittlerweile hat sich die Situation allerdings verändert. Seit dem Angriffskrieg in der Ukraine besuchen nach Angaben von Maucher mehr als 40 Menschen, die vor diesem schrecklichen Krieg geflohen sind, regelmäßig den Leutkircher Tafelladen. „Die Zahl der Kunden ist deshalb deutlich gestiegen“, erklärt Pfeffer.

Allerdings sei die Menge an zur Verfügung stehenden Lebensmittel gleich geblieben. „Wir leben vom Überfluss“, meint Stockburger dazu. Und weil die Supermärkte und Discounter den Einkauf ihrer Waren mittlerweile besser kalkulierten, gebe es davon tendenziell immer weniger.

Weil sich die Kunden im Leutkircher Tafelladen nun wieder – wie vor der Pandemie – selber an Lebensmitteln bedienen können, werden nach Angaben von Susanne Pfeffer auch wieder mehr ehrenamtliche Helfer benötigt. Die Stammkräfte stoßen derzeit immer häufiger an ihre Grenzen.

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