Bestmeister aus Bad Wurzach und Isny

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Schwäbische Zeitung
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Auf der Meisterfeier der Handwerkskammer Ulm in Friedrichshafen sind kürzlich 503 Handwerker in den Meisterstand erhoben worden. Darunter auch 20 junge Handwerker aus der Region rund um Leutkirch. Besonders bemerkenswert: Gleich drei der besten Meister in ihrem jeweiligen Gewerk kommen laut der Kammer aus Bad Wurzach, einer aus Isny.

Rund 1500 Gäste haben die stolzen Meister aus 21 Gewerken in Friedrichshafen gefeiert, teilt die Kammer mit. Darunter haben sich auch die Zimmerermeister, Friseurmeister, Brauer und Mälzer, Elektrotechnikmeister, Schornsteinfeger oder Tischlermeister befunden. Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm freute sich mit den Jungmeistern: „Uns muss nicht bange sein vor der Zukunft. Wir Handwerker haben sie in der Hand. Mit dem Meisterbrief sind sie fachlich bestens für die Zukunft gerüstet, ob für die Ausbildung junger Menschen oder zur Übernahme eines Betriebes.“ Denn der Meisterbrief und Bachelorabschluss stehen im Deutschen Qualifikationsrahmen auf einer Stufe, erklärte der Leutkircher laut der Mitteilung.

Gleich drei Bestmeister aus Bad Wurzach

Zu den Besten in ihrem Gewerke gehören mit Patrick Maucher, Kilian Burkhart und Peter Rösch gleich drei junge Meister aus Bad Wurzach. Ebenso wie Andreas Morgen aus Isny. Unter den 503 jungen Handwerkern, die von der Kammer in den Meisterstand erhoben wurden, sind insgesamt 72 aus dem Landkreis Ravensburg, darunter auch 20 aus der Region rund um Leutkirch.

„Eine Frage der Wertschätzung“

Krimmer nahm bei der Feier am Bodensee die anwesenden Politiker aus Bund und Land in die Pflicht: „Für das Handwerk ist es eine Frage der Wertschätzung, dass der Bundestag jetzt den Gesetzesentwurf zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken beschließt.“ Die Bundespolitik setzt damit aus Sicht des Handwerks ein wichtiges Signal für mehr Qualität und Qualifizierung im Handwerk. Die Bundesregierung sei nun gut beraten, das Gesetzgebungsverfahren zeitnah abzuschließen, damit das Gesetz Anfang Januar 2020 in Kraft treten könne. Denn der Meister stehe im deutschen Handwerk für Qualitätsarbeit, Verbraucherschutz, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft. Krimmer betonte, dass sich Wertschätzung aber auch finanziell im Land in Form der Meisterprämie, ausdrücken könne. Denn die Handwerker seien mit ihren Angeboten und Leistungen Teil der kommunalen Infrastruktur. „Baden-Württemberg ist nahezu Schlusslicht im Vergleich zu den anderen Bundesländern, die diesen Ausgleich für die Diskriminierung bei den Bildungskosten der Meister schon lange haben“, so Krimmer.

Wissen für die nächste Generation

Der heutige Meister bilde den morgigen Auszubildenden im Betrieb aus, gebe sein Wissen an die nächste Generation weiter und sichere so flächendeckend die Versorgung im Land. Die Handwerkskammer werde nunmehr auch mit den Neumeistern in ihrem Zentrum für Betriebsnachfolge daran arbeiten, dass Betriebe gegründet oder übernommen werden, teilt diese mit. In den nächsten fünf Jahren stünden rund 2700 der 19 500 Betriebe der Kammer zur Übergabe an. Von den jetzt erhobenen Meistern würden statistisch etwa 35 Prozent in den nächsten fünf Jahren einen Betrieb gegründet oder übernommen haben und Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten. Der erreichte Wohlstand könne laut Krimmer nur mit ständiger Bildung und Weiterbildung gesichert und gemehrt werden. Krimmer: „Ohne Meisterinnen und Meister im Handwerk muss der Kunde warten und für knappes Handwerk mehr bezahlen – so einfach ist die Bildungspolitik erklärt.“

Die neuen Handwerksmeister aus der Region auf einen Blick

Leutkirch: Marcel Schiller, Andrea Schumacher, Sarah Veit (alle Feinwerkmechaniker) Florian Schädler, Alexander Merk (beide Zimmerer), Bastian Martin Sauter (Kraftfahrzeugtechniker), Felix Leichtle (Tischler).

Isny: Florian Schmidt, Benedikt Lindner (beide Kraftfahrzeugtechniker), Andreas Morgen (Büchsenmacher).

Bad Wurzach: Michael Jöchle (Bäcker), Patrick Maucher (Feinwerkmechaniker), Nesrin Chebli, Janet Hurmoglu (beide Friseur-Handwerk), Wolfgang Kühnbach (Kraftfahrzeugtechniker), Kilian Burkhart, Michael Christ (beide Maurer und Betonbauer), Peter Rösch (Tischler).

Aitrach: Christian Ritter (Installateur und Heizungsbauer)

Aichstetten: Vanessa Völk (Friseur-Handwerk)

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