Bei „Blue Suede Shoes“ ist der Jubel groß

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Da kocht die Stimmung: Andreas Noir (Saxofon) und Olli Peidel (Gesang) sind „special guests“ beim Konzert des Propeller-Trios.
Da kocht die Stimmung: Andreas Noir (Saxofon) und Olli Peidel (Gesang) sind „special guests“ beim Konzert des Propeller-Trios. (Foto: Bernd Guido Weber)
Bernd Guido Weber

Feine Sinti-Musik macht das Allgäuer „Propeller-Trio“. Mit Stücken von Django Reinhardt, dazu eigene Kompositionen, Flamenco von Paco de Lucia. Beim Open-Air auf dem Gänsbühl bekommen sie viel Applaus. Aber: Es ist doch eine Combo, die gewohnt ist, sich nicht in den Vordergrund zu stellen, auf Kreuzfahrtschiffen, bei Feiern, in Fünf-Sterne-Hotels. Routiniert, sauber und ohne Frontmann. Der kommt im zweiten Teil mit dem Saxofonisten Andreas Noir. Als dann noch Sänger Olli Peidel die Bühne rockt, ist richtig was los.

Ein wunderschön lauer Sommerabend, nur ein paar Schäfchenwölkchen am Himmel. Der Gänsbühl ist bei diesem ALSO-Event gut besucht, hinten sind noch Stühle frei. Gitarero Marco Müller (Reichenhofen), Bassist Hardy Pfahl (Leutkirch) und Pit Müller (Kempten, Gitarre) beginnen melodisch, professionell. Die Drei nehmen mit auf eine Reise. Zur Donau „Danube“ von Django Reinhardt. Nach Brasilien , „Wave“ von Carlos Jobim“. Zum Sonnenuntergang, „Rumba Sunset“, Titelstück ihrer CD. In den Osten, „Oriental Shuffle“, wieder von Django. Alles schön, alles gut gemacht, fingerflink virtuos. Aber es fehlt ein wenig das Feuer.

Das kommt dann doch, erstaunlicherweise mit dem ruhigen „How deep is your love“ von den Bee Gees. „Besa me mucho“ macht auch Freude, bei „Entre dos aquas“ von Paco de Lucia haben sie sich endgültig warm gespielt, wirbeln.

So richtig spannend wird es, als Andreas Noir – so der Künstlername – sein Saxofon auspackt. Andreas, sagt Hardy Pfahl, habe mit vielen Großen gespielt, in Südamerika vor riesigem Publikum. Er steigt ein bei „The girl from Ipanema“ – plötzlich ist ein ganz eigener Zauber da. Das Sax mit warmen Ton, Ausdruck und Gefühl. Smooth, schön. Dazu ist er ein „frontman“, einer, der sich präsentiert, die Leute direkt anspielt.

Und dann kommt Olli. Der Leutkircher hat eine Gänsehaut-Stimme. Bringt zunächst mit viel Timbre einen Schmusesong von Elvis Presley, bevor er den Rock’n’Roller rauslässt. Halleluja, ich liebe sie so. Der Saxer bläst energisch, it’s party time. Bei „Blue suede shoes“ kocht die Stimmung. Elvis lebt!

Die „Propeller“ sind, natürlich, bestens dabei. Können auch härter in die Saiten greifen. Leider dürfen sie nicht mehr weitermachen. „Um 22 Uhr muss Schluss ein, ich komme sonst ins Gefängnis“ scherzt Hardy Pfahl. Spielen als Trio noch beseelt „It’s a wonderful world“. Für den Heimweg.

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