Bauherren müssen Beitrag zum Klimaschutz leisten

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 Auch für Photovoltaik-Anlagen erhalten Leutkircher Bauherren eine finanzielle Förderung.
Auch für Photovoltaik-Anlagen erhalten Leutkircher Bauherren eine finanzielle Förderung. (Foto: Daniel Reinhardt/dpa)
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Wer künftig in einem der Leutkircher Neubaugebiete ein städtisches Grundstück kauft, muss sich vertraglich dazu verpflichten, beim Hausbau eine sogenannte energetische Maßnahme umzusetzen. Das hat der Leutkircher Gemeinderat am Montag mit 14:11 Stimmen beschlossen. Gleichzeitig sollen Bauherren für umgesetzte energetische Maßnahmen – dazu zählen beispielsweise der Bau eines Holzhauses, der Einbau eines Stromspeichers oder einer Photovoltaik-Anlage – einen finanziellen Zuschuss erhalten.

Mit dem Bau eines Hauses werde auf Jahrzehnte gesehen der Energieverbrauch festgelegt, erklärte Michael Krumböck, Umweltbeauftragter der Stadt Leutkirch, am Montag den Stadträten. Um in puncto Klimaschutz ein weiteres Zeichen zu setzen, sollen bei Neubauten nun zunehmend energetische Aspekte berücksichtigt werden. „Für die Bauherren sind unter Umständen etwas höhere Aufwendungen verbunden, im Gegenzug können mit den umgesetzten energetischen Maßnahmen aber über viele Jahre Kosten eingespart werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung.

In den Neubaugebieten „Öschweg 2“, „Friesenhofen Hinznanger Straße“ und „Gebrazhofen-Obstwiesen“ soll die Klausel über eine energetische Maßnahme im Kaufvertrag über städtische Grundstücke erstmals zu finden sein. Betroffen sind dort insgesamt 67 Gebäude. Mit deutlicher Mehrheit – fünf Gegenstimmen – hat der Gemeinderat beschlossen, dass diese Verpflichtung der Bauherren für alle künftigen Neubaugebiete gelten soll.

Verpflichtung oder Empfehlung?

Auf Vorschlag des Bürgerforums sollen Bauherren gleichzeitig für ihre energetischen Maßnahmen nachträglich finanziell belohnt werden. Erst nach einem entsprechenden Nachweis – für den die Bauherren sieben Jahre Zeit haben – werde die Förderung ausbezahlt. Der maximale Betrag für den Zuschuss liegt bei drei Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.

Zufrieden mit der vom Gemeinderat beschlossenen Vorgehensweise ist Gottfried Härle (Bürgerforum): „Das ist das richtige Signal an die Bauherren. Ich finde es wichtig, Einfluss darauf zu nehmen, welche energetische Fußstapfen hinterlassen werden.“

Eine andere Ansicht vertrat Alois Peter (CDU). Er plädierte dafür, dass die Umsetzung energetischer Maßnahmen den Bauherren lediglich empfohlen wird. Seiner Einschätzung nach sei es schwierig, mögliche nicht erfüllte Zusagen zu sanktionieren. Gleicher Meinung waren auch Waldemar Westermayer und Joachim Krimmer (beide CDU). Letzterer verwies darauf, dass das Bauen in Leutkirch durch solche Vorgaben „immer noch teurer“ werde. „Dass kann sich bald keiner mehr leisten“, kritisierte Krimmer. Für seinen Standpunkt fand er im Gremium allerdings keine Mehrheit.

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