Barfüßer verpachtet: Neue Gastronomie im Bürgerbahnhof Leutkirch

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An der Fassade ändert sich der Schriftzug, drinnen im Leutkircher Bürgerbahnhof soll alles beim Alten bleiben: Die „Barfüßer All
An der Fassade ändert sich der Schriftzug, drinnen im Leutkircher Bürgerbahnhof soll alles beim Alten bleiben: Die „Barfüßer Allgäu GmbH“ wird die Gastronomie an einen langjährigen Partner unterverpachten. (Foto: Steffen Lang)

Im Leutkircher Bürgerbahnhof wird es Ende September eine Veränderung in der Gastronomie geben: Wie Christian Skrodzki, der ehrenamtliche Vorstand der Leutkircher Bürgerbahnhof Genossenschaft, diese Woche in einer Pressemitteilung bekannt gab, verpachtet die „Barfüßer Allgäu GmbH“, seit April 2012 der „Ankermieter“ im Leutkircher Bürgerbahnhof, den Standort ab Ende September unter. Ein genaues Datum steht nach SZ-Informationen noch nicht fest.

„In Zukunft wird die Gastronomie ebenfalls von Profis aus dem Allgäu betrieben“, schreibt Skrodzki weiter. Die Worte beziehen sich auf die neuen Betreiber um Geschäftsführer Roman Jöchle, die mit der „Mohren-Post“ in Wangen und der „Kunstmühle“ in Mindelheim „bereits zwei sehr erfolgreiche Gastronomiebetriebe in ihrem Portfolio“ hätten.

Die „Mohren-Post“, ein Hotel samt Gasthaus und Café in der Herrenstraße 27 mitten in der Wangener Altstadt, existiere „in der Form seit 2011“, erklärt Michael Haenzka gegenüber der Leutkircher SZ-Redaktion. Er fungierte schon als Konzept-entwickler und Berater für Josef Kurz, Geschäftsführer der „k+s real estate“, als dieser die „Mohren-Post“ erwarb und sanierte. Unter dem Dach von Kurz’ Memminger Immobilienunternehmens ist auch die „Barfüßer Allgäu GmbH“ zu finden.

Roman Jöchle sei „schon mehrere Jahre für uns tätig“, ergänzt Haenzka über den neuen Geschäftsführer, der in Leutkirch „Ansprechpartner vor Ort“ sein solle – zusammen mit Undine Mic, weil die Gastronomie im Bahnhof von morgens bis abends „doppelt offen“ habe.

Laut Pressemitteilung geht mit der Unterverpachtung auch ein Namenswechsel einher: Künftig werde die Gastronomie im Bürgerbahnhof den Namen „Leutkircher Kulturbrauerei“ tragen, zitiert Skrodzki den neuen Geschäftsführer Jöchle. Betont wird zudem, dass alle Mitarbeiter in Leutkirch von der neuen Gesellschaft übernommen würden.

„Von unserer Seite aus hätten wir keine Veränderung im Erdgeschoss des Bürgerbahnhofs gebraucht, aber wir freuen uns auf den neuen Betreiber, weil wir wissen, dass ein neuer Wind in der Gastronomie von Zeit zu Zeit immer gut tut“, sagte Skrodzki.

Im Gespräch mit der SZ-Redaktion danach gefragt, was sein erster Gedanke gewesen sei, als er vom Wechsel erfahren habe, sagte der ehrenamtliche Vorstand: „Natürlich kriegst du erstmal einen Schreck – aber jedem Neubeginn wohnt ein Zauber inne.“ Von den neuen Pächtern verspreche sich die Genossenschaft „frischen Wind“. Und weil sie aus der Region kämen, könne das Lokal im Bürgerbahnhof „noch persönlicher“ werden.

Auch Skrodzkis Vorstandskollege Axel Müller kommt in der Mitteilung zu Wort: „Im Grunde bleibt fast alles wie bisher: Die Einrichtung bleibt, die Mitarbeiter werden übernommen, es wird nach wie vor Bier gebraut und der Hauptpächter heißt weiterhin Barfüßer.“

Denn auch in Zukunft werde die Pacht an die Bürgergenossenschaft überwiesen von der „Barfüßer Allgäu GmbH“. Mit dieser würden sich Kurz und sein Partner Ebo Riedmüller „in Zukunft verstärkt auf Standorte in größeren Städten oder auf Standorte mit angeschlossenem Hotel konzentrieren“, heißt es weiter.

Das „oder“ im Satz ist auch ein wichtiges Signal für Isny, wo die „k+s real estate“ als Investor die neuen Wohnhäuser in der „Südlichen Altstadt“ errichtet hat und direkt am Marktplatz auf dem Kurringer-Eck einen weiteren „Barfüßer“-Gastronomiebetrieb plant – samt rund 50 Hotelzimmern in den Stockwerken darüber. Skrodzki fügt rückblickend hinzu: „Wir sind den Barfüßer-Allgäu-GmbH-Inhabern Ebo Riedmüller und Josef Kurz sehr dankbar, dass sie uns im Sommer 2010 die Zusage gemacht haben, dass sie in Leutkirch investieren, wenn die Bürgerbahnhof-Idee umgesetzt wird. Ohne diese damalige Zusage dieser potenten Ankermieter würde es heute den Bürgerbahnhof nicht geben.“ Ihre Mitglieder habe die „Leutkircher Bürgerbahnhof Genossenschaft“ über die Veränderungen informiert und erwarte einen problemlosen Übergang auf den neuen Betreiber.

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