Bürgerinitiative plant Mitmach-Garten

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Auf der Fläche am Leprosenhaus sollen schon bald Gemüse- und Kräuterbeete entstehen.
Auf der Fläche am Leprosenhaus sollen schon bald Gemüse- und Kräuterbeete entstehen. (Foto: Sebastian Heilemann)
Schwäbische Zeitung

Ein öffentlicher Garten, in dem jeder Gemüse, Kräuter und Obst anbauen und ernten darf – mitten in der Stadt. Das will jetzt eine Bürgerinitiative in Leutkirch umsetzen.

Bereits fünf mal hat die Gruppe um die Initiatoren Alfons Notz und Hartmut Krattenmacher seit dem Sommer getagt. Den Anstoß gegeben hat das Forschungsprojekt Kernig. Dieses untersucht die Ernährungssituation in Leutkirch und der badischen Vergleichsstadt Waldkirch bei Freiburg. „Es wäre Schade, wenn die Aufbruchstimmung, die das Forschungsprojekt in Leutkirch erzeugt hat einfach verpuffen würde“, sagt Hartmut Krattenmacher. Schließlich seien bei den Bürgerdialogen viele interessierte Bürger mit guten Ideen für ein nachhaltiges Leutkirch zusammengekommen. Dort will die Bürgerinitiative anknüpfen. Eines der ersten Projekte: eine Urban-Gardening-Fläche.

Fläche am Leprosenhaus

Entstehen soll der sogenannte „Mitmach-Garten“ auf einer bisher ungenutzten Fläche am Leprosenhaus an der Memminger Straße. Hier hat der Heimatverein der Initiative rund 200 Quadratmeter für das Gartenprojekt zur Verfügung gestellt.

Vorbild ist die zweite Kernig-Modellstadt Waldkirch. Dort bauen Bürger bereits seit 2013 Erbsen, Kohlrabi und Salate auf öffentlichen Flächen an. Den erforderlichen Dünger stellt die Gruppe aus Garten- und Küchenabfällen mit selbst angelegten Würmerfarmen her und bewirtschaftet mittlerweile eine Fläche von rund 1300 Quadratmetern, verteilt über die ganze Stadt. Eine Kerngruppe von 12 Hobbygärtnern kümmert sich um die Gemüse- und Kräuterbeete, ernten darf aber jeder. „Alles gehört allen“ lautet das Waldkircher Prinzip. Wie das genau in Leutkirch aussehen soll, wird in den kommenden Wochen eine Projektgruppe aus der Bürgerinitiative erarbeiten. Dabei soll es nicht nur um die Frage gehen, was angepflanzt wird und wer Gemüse und Kräuter ernten darf, sondern auch wie eine mögliche Finanzierung aussehen könnte. Darum ging es auch schon beim Treffen der Bürgerinitiative am Dienstagabend. Infrage kommen dabei zum Beispiel verschiedene Förderprogramme, bei denen sich die Initiative nun mit ihrem Urban-Gardening-Projekt bewerben will.

Im Oktober wird sich auch der Gemeinderat mit dem Projekt befassen. Denn aus allen Ideen, die beim Kernig-Bürgerdialogen zusammengekommen sind, sollen einige Vorschläge weiterverfolgt werden. Ein ganzes Maßnahmenpaket, darunter auch der „Mitmach-Garten“, werden dem Gemeinderat dann zur Abstimmung vorgelegt. Dann entscheidet sich, ob sich die Stadt auch weiterhin für das Projekt engagiert. Aber mit Stadt oder ohne: Die Bürgerinitiative plant den Spatenstich für den „Mitmach-Garten“ im Oktober mit einer Feier zu begehen.

Zum Spatenstich des „Mitmach-Gartens“ am Freitag, 13. Oktober, um 16 Uhr am Leprosenhaus in der Memminger Straße, lädt die Bürgerinitiative zu einer Eröffnungsfeier ein. Interessierte, die sich am „Mitmach-Garten“ beteiligen möchten oder noch andere Projektideen haben, ruft die Bürgerinitiative dazu auf am nächsten Treffen am Dienstag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr im Nachhaltigkeitszentrum im Bürgerbahnhof teilzunehmen.

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