Auch Jimi Hendrix und Santana helfen Eritrea

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 Rock-Time in Reichenhofen: rechts am Keyboard Dr. Norbert Scheffold, der auch bei „California“ mitspielt.
Rock-Time in Reichenhofen: rechts am Keyboard Dr. Norbert Scheffold, der auch bei „California“ mitspielt. (Foto: Bernd Guido Weber)
Bernd Guido Weber

Weitere Infos und ein Spendenkonto finden sich unter

www.eritrea-hilfswerk.de

Nun ja, Jimi Hendrix ist an diesem Abend natürlich nicht persönlich anwesend, wie auch. Carlos Santana ebenfalls nicht. Aber beide sind am Samstagabend im Pfarrstadel, dem Multscher-Haus, in Reichenhofen höchst präsent.

Die drei Bands, erfahrene Altrockern, haben Songs der beiden im Set, dazu viele andere Rock-Oldies. Sie machen das gut, sehr gut, obwohl sie teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr zusammengespielt haben. Der Erlös ist für Hilfsprojekte in Eritrea. Kräftiger Sound für gute Taten.

Der Saal ist voll, leicht dampfig, getanzt wird wild oder auch dem Alter angemessen. Die Bands sind mal Kult in Memmingen gewesen, haben heute noch ihre treuen Fans. Etwas Jugend ist auch da, zumal die rührige Landjugend bewirtet.

Zuerst entern „California“ die Bühne, mit Sängerin Angela Callen. Lange nicht mehr zusammengespielt, fünfmal geprobt, schon ist’s wie früher. Im Programm natürlich auch „Hotel California“ von den Eagles. Norbert Scheffold bedient das Keyboard, er ist Kardiologe am Klinikum Memmingen. Und, nebenbei, Sohn des langjährigen Leutkircher SZ-Lokalchefs Elmar Scheffold. Der Doktor hat selbst in Eritrea Ärzte und angehende Ärzte geschult, Wissen weitergegeben. „Wissen bleibt, auch wenn wir gehen“ ist ein Motto des Eritrea-Hilfswerks Deutschland.

Im Foyer gibt es kunstvoll gewebte Stoffe aus Eritrea zu bewundern, große Fotos und eine Powerpoint-Präsentation informieren. Zwei Frauen, Berhana Gebremichel und Lucha Daniel, laden zur eritreischen Kaffeezeremonie ein, duftender, frisch gebrannter und gemahlener Kaffee in kleinen Tassen. Dazu reicht Arazar Gebreyesus Gebäck. Sie wohnen in Leutkirch, freundschaftlich unterstützt vom Helferkreis „Zusammen in Leutkirch“. Priska Wunden ist da, sie hilft schon lange, die sozial engagierte Gemeinderätin Hedwig Seidel-Lerch ebenfalls.

Der Vorsitzende des Eritrea-Hilfswerks Deutschland (EHD) heißt Ulrich Vollmer, wohnt in Argenbühl. Er berichtet von vielen Projekten, großen und kleinen. Brunnen errichten und das wertvolle Wasser mit Staudämmen auffangen. Schulen und Kindergärten renovieren, Ärzte ausbilden, die Jungen über Aids aufklären, Waisenhäuser unterstützen. Mehrere Zahnkliniken hat das EHD aufgebaut, ein „Zahn-Mobil“ fährt über Land. Immer gilt das Prinzip: Das EHD unterstützt, die Menschen in Eritrea setzen es um und führen es weiter. Geholfen wird auch im Kleinen, etwa mit dem Esels-Projekt. Frauen, traditionell fürs Wasserholen zuständig, bekommen ein solches Tier, um ihnen die schwere Last abzunehmen.

Jetzt sind die Mannen von Rock-Time auf der Bühne, klassischer Rocksound, von ZZ Top über Status Quo und Deep Purple bis, klaro, Jimi Hendrix. Auch Papyrus Nash, von 1971 bis 1975 eine Schülerband am Memminger Gymnasium und mittlerweile weit verstreut, bringen die alten Zeiten zurück. Creedence Clearwater Revival, die Stones, und mehr. Let’s Party! Helfen darf auch Spaß machen.

Weitere Infos und ein Spendenkonto finden sich unter

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