Ampeln oder Kreisverkehre? Stadträte diskutieren Verkehrskonzept

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 Mohrenkreuzung
Mohrenkreuzung (Foto: Loskarn, Michael)
Redaktionsleiter

Wie kann die Verkehrssituation im Bereich Obere Vorstadtstraße verbessert werden? Sind Kreisverkehre an der Mohren- und Straußenkreuzung sinnvoll? Mit diesen Fragen befasst sich diesen Montag, 21. Januar, der Gemeinderat. Grundlage für die Beratung ist ein Verkehrsgutachten, das Ende 2018 vom Büro Modus Consult Ulm vorgelegt wurde (die SZ berichtete).

Nach eingehender Untersuchung der Verkehrssituation im Bereich der Mohrenkreuzung (Obere Vorstadtstraße/Wangener Straße) sowie der Straußenkreuzung (Obere Vorstadtstraße/Kemptener Straße/Isnyer Straße) legte Verkehrsplaner Reiner Neumann der Stadtverwaltung nahe, die bestehenden Ampelanlagen signaltechnisch zu optimieren.

Den Bau von Kreisverkehren empfahl der Experte nicht. Diese seien im Vergleich zu verbesserter Signaltechnik wesentlich teurer. Zudem geht Neumann davon aus, dass Kreisverkehre dem wachsenden Verkehr in Spitzenzeiten wohl nicht gewachsen seien und es zu Rückstaus kommen könnte. Zudem würden die Kreisel je nach Radius den aktuellen Platz der bestehenden Kreuzungen weit überschreiten.

Gegenstand der Verkehrsprüfung war auch eine mögliche Einbahnstraße an der Unteren Grabenstraße (ab Mohrenkreuzung). Diese Variante stieß bei Neumann allerdings auf Ablehnung. Bereits die bestehende Verkehrsbelastung würde einem solchen Konzept entgegenstehen, sagte der Verkehrsspezialist.

Die Empfehlung des Verkehrsplaners: eine Vollsignalisierung der beiden Ampelanlagen. Die vorhandene Signalanlage sei gut, könne aber mit einer sogenannten Vollsignalisierung erheblich verbessert werden. Konkret würden dann die Mohren- und die Straußenkreuzung steuerungstechnisch miteinander verbunden, was bisher nicht der Fall ist.

Wie geht es nun weiter mit der Verkehrssituation? Optimierung der Ampelanlagen oder doch der Bau von Kreisverkehren? Darüber diskutiert der Leutkircher Gemeinderat am Montag. Die Stadtverwaltung kommt in ihrer Sitzungsvorlage zur Einschätzung, dass auf Kreisverkehre verzichtet und eine „Vollsignalisierung der beiden Verkehrsknoten“ angestrebt werden sollte. „Aufgrund der doch beengten Verhältnisse“ seien an beiden Kreuzungen Kreisel nur Kompromisslösungen.

Ob Kreisverkehre in welcher Größe an den beiden Kreuzungen möglich sind, dem ist derweil das Büro RSI nachgegangen. Auch diese Ergebnisse zählen zu den Unterlagen für die Gemeinderatssitzung. Generell gelte, dass ein Kreisel bequemer zu befahren sei, wenn er größer ist. Aus städtebaulichen Gründen seien die Varianten mit großem Radius allerdings häufig nicht realisierbar.

An der Mohrenkreuzung ließen sich laut Verkehrsplaner Kreisverkehre mit Durchmessern von 32 oder 30 Metern aus Platzgründen nicht umsetzen. Infrage komme ein Kreisel mit einem Durchmesser von 28 Metern – mit einer Beeinträchtigung des Postplatzes als Qualität des Stadteingangs, schreibt die Stadtverwaltung. An der Straußenkreuzung könnte die Situation nach dem geplanten Abriss mehrerer Gebäude indes „nicht ganz so beengt“ sein. Allerdings gebe es auch hier städtebauliche Gesichtspunkte, die gegen einen Kreisverkehr sprechen.

Ein weitere Faktor seien die Kosten. Schätzungen zufolge werden für den Bau von zwei Kreisverkehren rund fünf Millionen Euro fällig. Für die Aufrüstung der Ampelanlage würden derzeit noch keine Zahlen vorliegen. Die Verwaltung rechnet aber damit, dass diese Variante „um ein vielfaches günstiger“ sei.

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