Allgäuer und Schweizer Musikanten feiern Freundschaft

Lesedauer: 4 Min
Carmen Notz

Mit Kuhschellen und Jodeljuchzger, mit Dudelsack, Gesang und konzertanter Blasmusik haben die beiden Musikvereine aus Wuchzenhofen (MVW) und aus dem Schweizer Muothatal am Samstagabend ein wunderschönes Fest gefeiert. Anlass war das 40-jährige Bestehen einer Freundschaft, wie es sie wohl selten in der Region gibt. Die Gäste aus der Schweiz eröffneten in Edelweiß-Hemden das Herbstkonzert und gaben typische Schweizer Musikstücke zum Besten.

Gemütlich und harmonisch ließen die Muothataler Blas- und Volksmusik aus ihrer Heimat erklingen, ausgeschmückt mit Schella und Gesang, darunter ein Konzert-Ländler. Dass sich auch ein Knopfakkordeon prima in die Blaskapelle einfügt, zeigte Friedel Herger mit einem virtuosen Solo beim Stück „Urchige Muotitaler“. Dirigent Ivan Vidmar hatte auch „Ewige Liäbi“ ausgewählt, ein sehr bekanntes Schweizer Liebeslied, wobei die Gäste aus dem Kanton Schwyz in der vollen Festhalle gerne mitsangen.

Höhepunkt des Auftritts war die Dudelsack-Einlage von Martin Heinzer, der als Schottland-Fan nicht nur den Schottenrock überstreifte, sondern auch das hymnenartige „Highland Cathedral“ darbrachte – und das aufgrund von Zugabewünschen gleich zwei Mal.

An typischen kulinarischen Schweizer (Schoggi) und Allgäuer Geschenken (Bier) fehlte es nicht am Jubiläumsabend. 40 Jahre Freundschaft gehen bereits in die zweite und dritte Generation auf beiden Seiten. Den Gründern, den Familien Weh und Haider (Wuchzenhofen), sowie Kari Suter, seiner Tochter Andrea Steiner (Vorsitzende des MV Muothatal) und Toni Inderbitzin galt ein besonderer Dank.

Dirigent Bernd Schosser und seine fast 60 Musiker des MVW dankten musikalisch mit ausgewählten Titeln wie „Sympatria“ und „Begegnung“ für die langen, intensiven Freundschaftsbande zu den Schweizern. Statt Örgeli präsentierte die Kapelle drei Alphörner mit den Solisten Sonja Mösle, Christopher Hölzle und Johannes Kuon. Herrlich abwechslungsreich, inklusive E-Gitarrensound, erklang ein Frank-Sinatra-Medley, ebenso die musikalische Reise „In 80 Tagen um die Welt“. Im Nachlass des Leutkircher Dirigenten Manfred Munz fand sich ein Pragelmarsch von Kari Suter von 1979, der an diesem besonderen Abend nicht fehlen durfte.

Verabschiedet wurden zwei langjährige Musikanten des MVW: Franz Mösle nach 53 Jahren (Tuba) und seine Frau Angelika (Flügelhorn) mit mehr als 40 Jahren Treue. „Es sind die Begegnungen und Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben“ – mit diesem Zitat schloss MVW-Vorsitzender Michael Fischer den Konzertabend und dankte Gisela Brauchle für die schöne Dekoration in der Halle.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen