Albrecht und Eveline Roth feiern ihre diamantene Hochzeit

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Gut beschirmt: Eveline und Albrecht Roth (Bildmitte) feiern ihre diamantene Hochzeit mit Gästen beim Teehaus von St. Anna.
Gut beschirmt: Eveline und Albrecht Roth (Bildmitte) feiern ihre diamantene Hochzeit mit Gästen beim Teehaus von St. Anna. (Foto: Sabine Centner)
Sabine Centner

Ihre goldene Hochzeit vor zehn Jahren haben sie noch ganz privat im Familienkreis gefeiert. Jetzt aber zum diamantenen Ehejubiläum sollte es ein großes Fest mit Dankgottesdienst in St. Martin und Sektempfang im Teehaus von St. Anna werden. „Wir wollen zeigen“, sagen Eveline und Albrecht Roth, „dass es geht.“ Dass man 60 Jahre in einer harmonischen, gleichberechtigten Partnerschaft leben kann. Vom „Paradebeispiel einer gelungenen Ehe“ sprach denn auch Waldemar Westermayer, als er in Vertretung von Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle dem Ehepaar am Samstag Glückwünsche der Stadt und die Urkunde von Ministerpräsident Winfried Kretschmann überbrachte.

„Jeder hat bei uns seine Stärken und hat diese in unsere Gemeinschaft eingebracht. Aber jeder muss auch die Luft haben, sich selbst in seiner Weise zu verwirklichen“, so beschreibt Albrecht Roth das Erfolgsrezept einer Ehe, in der beide Partner „immer die Interessen des anderen geteilt haben“. Einer Ehe, die auch beruflich quasi im Gleichschritt begann: Am damaligen Pädagogischen Institut (PI) in Weingarten lernten sich die beiden Lehramtsstudenten kennen. 1954, „beim Matratzen holen“, wie sie sich schmunzelnd erinnern. Schließlich lebten die Studenten seinerzeit allesamt im Internat auf dem Klosterberg – ohne eigenes Mobiliar.

Dort also traf „das ostpreußische Flüchtlingsmädchen den schüchternen oberschwäbischen Lehrersohn“, wie Albrecht Roth augenzwinkernd erzählt. Geboren 1935 auf einem Gut in Masuren und aufgewachsen im Samland muss Eveline 1945 mit ihrer Familie vor der Roten Armee fliehen. Nach zwei Jahren Lagerzeit in Dänemark geht es Ende 1946 in den Süden – zunächst nach Konstanz, später nach Überlingen. Dass sie schon 1951 als Schülerin ein Jahr in den USA verbringen konnte, nennt Eveline Roth noch heute eine wertvolle Erfahrung. Und dass sie als junge Frau nach dem Abitur ein Studium begann, war damals keineswegs selbstverständlich, wie sie sich erinnert.

Ihr Kommilitone Albrecht Roth aus Unteressendorf hatte schon als Schüler in der Lehreroberschule intensiven Musikunterricht genossen, spielte mehrere Instrumente und sollte auch am PI den Chor leiten. Eveline gefiel dies: „Der hat Führungsqualitäten“, sagte sie sich. Gemeinsam bereitete man sich auf das erste Lehrerexamen vor und am 11. August 1959, nach der zweiten Dienstprüfung, wurde geheiratet. Gemeinsam begann das Ehepaar den Schuldienst in Leutkirch – in der Grundschule am Oberen Graben. Eine Stelle, die für Albrecht Roth mit der Verpflichtung verbunden war, den katholischen Kirchenchor zu leiten. 28 Jahre lang hatte er dieses Amt inne – eine erfüllte Zeit, an die sich der 84-Jährige noch gerne erinnert.

1965 ging es für den jungen Lehrer an die neu eröffnete Leutkircher Realschule, bereits 1967 wurde er zum Rektor ernannt und blieb dies 32 Jahre lang. Bis zum heutigen Tag spielt die Musik eine wichtige Rolle in seinem Leben: der Kammermusikkreis etwa, das Celloquartett, das seit 35 Jahren zusammen spielt, und das Klaviertrio. Eveline Roth wiederum unterrichtete Englisch und Deutsch als Fremdsprache an der VHS und gehört seit 40 Jahren einem englischsprachigen Literaturkreis an.

Gemeinsam ist dem Ehepaar die Liebe zu Italien und zur italienischen Sprache, aber auch das Interesse an der Denkmalpflege – als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger wurde Albrecht Roth 2017 mit dem Bürgerpreis der Stadt Leutkirch ausgezeichnet. Gemeinsam auch die Freude am großen Garten, in dem Gemüse und Blumen aller Art gedeihen. Im Mittelpunkt freilich steht die Familie: drei Kinder, fünf Enkel und mittlerweile drei Urenkel. Alle waren sie beim Fest der diamantenen Hochzeit dabei, haben mitgeholfen und musiziert und Albrecht und Eveline Roth spüren lassen: „Harmonie in der Beziehung färbt ab auf die ganze Familie.“

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