Aktionswochen „Leutkirch leuchtet“ enden mit Preisverleihung

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 Die Preisträger (mit Urkunden) sowie die Verantwortlichen für „Leutkirch leuchtet“ (von rechts): Peter Aulmann, Maria Hönig, Hu
Die Preisträger (mit Urkunden) sowie die Verantwortlichen für „Leutkirch leuchtet“ (von rechts): Peter Aulmann, Maria Hönig, Hubert Moosmayer, Michael Lindauer, Heinz Brünz, Landtagsabgeordneter Raimund Haser und Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. (Foto: Sabine Centner)
Sabine Centner

Mit der Finissage der Anne-Frank-Ausstellung und der Preisverleihung im Fotowettbewerb „Die Vielfalt macht den Unterschied“ sind die Aktionswochen „Leutkirch leuchtet“ am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Bei der Abschlussveranstaltung in der Geschwister-Scholl-Schule ließen die Verantwortlichen um Peter Aulmann, Vorsitzender der Elobau-Stiftung, die Veranstaltungen der vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren. Den ersten Preis des Fotowettbewerbs sicherte sich Stefan Ammermann mit dem Bild einer bunt zusammen gewürfelten Kinderschar vor dem Leutkircher Gänselieselbrunnen.

Ein Zeichen zu setzen für Demokratie und bürgerschaftliches Engagement – es war ein hoher Anspruch, mit dem die beteiligten Organisationen ein vielfältiges Programm auf die Beine stellten. Organisiert von der Leutkircher Partnerschaft für Demokratie und koordiniert von Maria Hönig, Stiftung St. Anna, sollte „Leutkirch leuchtet“ eine weltoffene und tolerante Haltung in der Gesellschaft und den hohen Stellenwert der Demokratie deutlich machen.

Herzstück war Ausstellung „Deine Anne“

Herzstück der Veranstaltungsreihe war zweifellos die Ausstellung „Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“, die vom 13. März an in der Geschwister-Scholl-Schule zu sehen war. Besonders das Konzept der Peer Guides – Jugendliche führen Gleichaltrige (und Erwachsene) durch die Ausstellung – überzeugte. Und hinterlässt bei den 23 ausgebildeten Guides aus drei Leutkircher Schulen eine gewisse Wehmut: „Ich bin ziemlich traurig, dass es vorbei ist“, sagte eine Schülerin stellvertretend für ihre „Kollegen“. „Es hat Spaß gemacht, Schülern etwas beizubringen, ich werde es vermissen.“

Erfreulich zudem: Die Ausstellung haben sich nicht nur Jugendliche aus Leutkirch angeschaut, sondern auch Interessierte aus Bad Wurzach, Kißlegg oder Wangen, wie es beim Rückblick am Donnerstagabend hieß. Für die Peer Guides gab es neben kleinen Geschenken auch eine Einladung ins Anne-Frank-Zentrum nach Berlin, wo sie sich zu Anne-Frank-Botschaftern weiterbilden können. „Dankbar und stolz“ zeigte sich Heinz Brünz, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Schule, „dass wir die Ausstellung beherbergen durften.“ Die Schüler hätten sich „eingedacht in die Vergangenheit“, die Peer Guides seien mit ihrer Aufgabe gewachsen, so seine Beobachtung.

Auch die weiteren Angebote der Aktionswochen ließ Moderator Peter Aulmann mit seinen Gesprächspartnern Revue passieren: Ein Argumentationstraining, das vermittelte, wie wichtig es ist, Haltung zu zeigen, die Konzertlesung mit Sergio Vesely und Urs Fiechtner, den Vortrag zum Thema „Rechte Musik: Einstiegsdroge oder überschätzt?“ und den Film „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ (Bericht unten) – allesamt Veranstaltungen, die unter der Schirmherrschaft von Landrat Harald Sievers und Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle für Demokratie, Toleranz und Vielfalt warben.

Mit dem Thema „Die Vielfalt macht den Unterschied“ setzten sich schließlich auch die Teilnehmer des Fotowettbewerbs auseinander. Nicht weniger als 89 eingereichte Arbeiten hatte die zwölfköpfige Jury zu bewerten – eindeutiger Sieger wurde Stefan Ammermann. Er hatte eine bunte Kinderschar aus mehreren Nationen „zusammengetrommelt“, wie er sagte, und vor dem Gänselieselbrunnen aufgestellt. Auch Platz zwei bleibt in der Familie: Er ging an den elfjährigen Noah Ammermann, der mit seinem Foto am Donnerstag zudem den Publikumspreis einheimsen konnte. „Kannst Du mir bitte die Hautfarbe geben?“ – „Hier bitte“ heißt es in den Sprechblasen auf seinem Foto mit malenden Kindern. Den dritten Platz sicherte sich eine Dreiergruppe von Schülern um Adrian Franzesko mit einer Collage, die als Klassenarbeit entstanden war. Neben Geldpreisen für die drei Erstplatzierten hat die Elobau-Stiftung für den Publikumssieger eine Berlinfahrt für zwei Personen mit Führung durch den Deutschen Bundestag ausgelobt. Wen er mitnimmt, ließ Noah Ammermann vorerst mal noch offen.

Für den dezenten musikalischen Rahmen des Abends in der Geschwister-Scholl-Schule sorgte TG-Oberstufenschüler Manuel Menig am Klavier.

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