Aktionstag gegen häusliche Gewalt

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 Petra Lutz
Petra Lutz (Foto: oh)
Schwäbische Zeitung

Laut Studien ist jede vierte Frau ist von häuslicher Gewalt betroffen, die Dunkelziffer dürfte noch höher sein. Die Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ der Partnerschaft für Demokratie Leutkirch-Aichstetten-Aitrach lädt deshalb am 27. November zu einem „Aktionstag gegen Gewalt an Frauen“ ein. In einem Vortrag wird das Thema näher beleuchtet, im Centraltheater läuft ein passender Film, und am Samstag, 30. November, können Frauen einen Selbstbehauptungs-Workshop besuchen. Petra Lutz vom Verein „Frauen und Kinder in Not“, der seit kurzer Zeit eine Beratungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt in Wangen anbietet, erklärt im Interview die Absichten und Hintergründe der Veranstaltungen.

Warum findet der Aktionstag in Leutkirch statt?

Der Sitz unseres Vereins ist in Ravensburg, wir sind aber – auch mit dem Frauenhaus Ravensburg – für den ganzen Landkreis zuständig. Weil da der Allgäuer Raum bisher immer ein bisschen zu kurz gekommen ist durch die langen Wege, haben wir jetzt eine Beratungsstelle in Wangen eröffnet. Und wir möchten eben auch in Leutkirch durch entsprechende Aktionen auf unsere Angebote aufmerksam machen.

Warum ist es so wichtig, zu informieren?

Weil es erfahrungsgemäß nur relativ kurze Zeitfenster sind, in denen Frauen, die gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt sind, zu uns kommen: Nämlich kurz nach einem solchen Übergriff, wenn der Druck groß ist und sie die Beziehung hinterfragen. Wenn sie dann die entsprechenden Informationen erhalten, erhöht dies die Chance, aus der Gewaltspirale auszusteigen.

Gibt es hier in der Region überhaupt so viele Fälle von häuslicher Gewalt?

Ich hatte in der relativ kurzen Zeit in der Wangener Beratungsstelle bereits einige Beratungskontakte. Unsere Einrichtungen in Ravensburg sind seit Jahren sehr ausgelastet. Häusliche Gewalt gibt es in allen gesellschaftlichen Gruppen, unabhängig von Bildung und Einkommen.

Was können Außenstehende tun, wenn sie einen Verdacht haben?

Eine Frau, die drei Mal bei uns im Frauenhaus war, hat mir mal gesagt: Sagen Sie allen, die fragen, dass man die Leute darauf ansprechen und die Information weitergeben soll, dass es Hilfsangebote gibt. Denn das ist es ja, was Häuslicher Gewalt so viel Macht gibt: Dass sie hinter verschlossenen Türen stattfindet.

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