123 Trauungen, 218 Baustellen und 1027 Hunde

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Alles neu am Kaufmarkt: Diese Großbaustelle sorgte wochenlang für Engpässe.
Alles neu am Kaufmarkt: Diese Großbaustelle sorgte wochenlang für Engpässe. (Foto: Mauch)
Schwäbische Zeitung
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87 Seiten umfasst der offizielle „Jahresbericht 2017“ der Großen Kreisstadt Leutkirch, der vor Kurzem von der Verwaltung freigegeben worden ist. Darin legt die Stadt der Öffentlichkeit eine Art von Rechenschaftsbericht vor. Außerdem lassen sich auch Tendenzen in der Entwicklung der Kernstadt und den acht Ortschaften erkennen.

Öffentlichkeitsarbeit zählt zu den wichtigen Möglichkeiten der Verwaltung, sich zu präsentieren. 2017 wurden demnach 170 Pressemitteilungen an die Medien versandt, im Jahr davor waren es 218 gewesen. Den starken Unterschied begründet die Verwaltung damit, dass im Jahr 2016 das Stadtjubiläum entsprechend häufiger den Anlass dazu gegeben habe, über Veranstaltungen zu informieren. Das zeigt sich auch beim Blick auf die Bilanz der städtischen Internetseite, die im Jubiläumsjahr im Schnitt von 465 Besuchern pro Tag angewählt wurde. 2017 waren es demnach 456. Aktuell umfasse dieses Informationsangebot 4676 Seiten. Wie schon 2016 führte auch 2017 die Webcam die Liste der am meisten angeklickten Seiten an. Nummer zwei im Jahr 2017 war der Loipenbericht. In den sozialen Netzwerken haben sich mittlerweile 1400 Fans auf der Facebook-Seite angemeldet.Über den 2015 eingeführten Mängelmelder gingen per Smartphone im vergangenen Jahr 153 Notizen ein – vor allem mit Hinweisen auf defekte Straßenlampen, wild abgelagerten Müll und Schlaglöcher.

15 öffentliche Sitzungen

Weniger oft und auch kürzer tagte laut Jahresbericht 2017 der Gemeinderat. 15 öffentliche, zwei weniger als 2016, und 18 nicht öffentliche Sitzungen wurden abgehalten. 148 Beratungspunkte wurden im öffentlichen Teil erörtert, neun weniger als im Jahr zuvor. Im Schnitt nahmen die Gemeinderatssitzungen 2017 drei Stunden und 14 Minuten Zeit in Anspruch, 2016 tagte das Gremium im Schnitt vier Stunden und sieben Minuten.

Von den 326 Beschäftigten standen 35 im Beamtenstatus, zehn Auszubildende weist der Bericht unter anderem aus. Auf Vollzeitstellen umgerechnet ist die Verwaltung um siebeneinhalb Stellen angewachsen. Den größten Anteil macht bei der Altersstruktur die Gruppe „51 bis 55 Jahre“ mit 74 Stellen aus. Als Durchschnittsalter des städtischen Personals wird für 2017 der Wert 47,19 Jahre genannt (2016: 46,54). Zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 waren außerdem 2852 Schülerinnen und Schüler angemeldet, 2025 davon besuchten weiterführende Schulen oder Förderklassen. Als Betriebskostenzuschüsse für alle Kindergärten, Krippen und Zuschüsse an Tagesmütter gab die Stadt 2017 nach dieser Bilanz 4,4 Millionen Euro aus, 2016 waren es 4,15 Millionen. Ein Drittel davon sei refinanziert durch Landeszuschüsse.

Ziel für Wohnmobile

Sehr ungenau, das räumt die Verwaltung ein, seien die Angaben über die Zahl der Übernachtungen, da nur Betriebe mit mehr als zehn Betten in der amtlichen Statistik berücksichtigt werden. Bis Ende September 2017 werden 35 869 Übernachtungen (2016: 37 766) ausgewiesen. Im Schnitt verbrachten auf Basis dieser Zahlen Gäste 2,3 Tage in der Stadt nach 2,6 Tagen im Jahr davor. Mit einer Steigerungsrate von 14,6 Prozent wird der Wohnmobilstellplatz beim Freibad als großes Plus für den Fremdenverkehrsstandort aufgeführt.

Zum Jahresbericht zählt auch die Chronik der Stadtkapelle, die in der Gesamtformation 25 Mal (2016: 21 Mal) auftrat. Zusammen mit Proben und Vorstandssitzungen kommt die Statistik auf 118 Termine.

Kein Rechenschaftsbericht ohne Finanzen. Für 2017 war unter anderem mit Einnahmen von 10,5 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer gerechnet worden – es wurden dann 11,17 Millionen Euro. Die Hundesteuer besserte die Stadtkasse mit 71 000 Euro für 1027 angemeldete Tiere auf. Bei der Vergnügungssteuer nahm die Stadt 643 000 Euro ein. Bei mehr als 62 Millionen Euro aber lag das Gesamtvolumen des Haushalts.

Als großes Ärgernis empfanden im vergangenen Jahr die Einwohner die Belastung durch Baustellen. Tatsächlich waren 2017 bei offiziell 218 Maßnahmen deutlich häufiger Verkehrssbeeinträchtigungen verbunden als etwa im Jahr 2015, als gerade 155 Baustellen eingerichtet gewesen waren.

Einwohnerzahl nimmt zu

Und dann stellt sich immer auch die Frage nach der Bevölkerungszahl. Leutkirch ist 2017 nach Köpfen wieder angewachsen – von 23 010 im Jahr 2016 auf 23 249 im Jahr 2017. Auf die Kernstadt entfielen 12 246 Einwohner. In Herlazhofen, der größten Ortschaft, waren 2470 Menschen gemeldet, in Winterstetten, der kleinsten Teilgemeinde, waren es 437. Geheiratet haben in Leutkirch im vergangenen Jahr 123 Paare, das war eine Trauung mehr als 2016.

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