„Weihnachtstrucker“ verteilten Tausende Päckchen

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Strahlende Kinderaugen auf dem Pferdekarren, die Weihnachtstrucker-Päckchen werden zu Hause schon erwartet.
Strahlende Kinderaugen auf dem Pferdekarren, die Weihnachtstrucker-Päckchen werden zu Hause schon erwartet. (Foto: Johanniter / Tobias Grosser)
Schwäbische Zeitung

Pünktlich zum Jahreswechsel sind die Johanniter-Weihnachtstrucker von ihrer langen Reise nach Südosteuropa zurückgekehrt und haben viele bewegende Eindrücke mitgebracht, heißt es in einem Bericht der Johanniter aus Kißlegg und Leutkirch. Auf teilweise verschneiten Wegen brachten die rund 100 ehrenamtlichen Fahrer 48653 Hilfspakete mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln zu hilfebedürftigen Menschen in entlegene Gebiete von Rumänien, Albanien und Bosnien. Auch die Johanniter in Baden-Württemberg haben sich erstmals an der Aktion, die vor 23 Jahren in Bayern entstand, beteiligt. Fast 2500 Pakete kamen aus Baden-Württemberg, „davon 450 aus der Region Oberschwaben/Bodensee“, sagen Robert Lohr und Torsten Suffa erfreut, die zusammen mit ehrenamtlichen Helfern aus der Region Kißlegg und Leutkirch für das Einsammeln der Päckchen zuständig waren. „Beim nächsten Mal wollen wir noch frühzeitiger mit der Sammelaktion anfangen“, wird Lohr in dem Bericht zitiert.

Menschen leben unter ärmlichen Bedingungen

„Die Menschen haben die Weihnachtstrucker schon freudig erwartet, denn für viele Familien ist es das einzige Weihnachtsgeschenk, und die Lebensmittel und Hygieneartikel sind ein echter Segen“, berichtet Stefan Dittrich, Mitglied des Regionalvorstands der Johanniter in Oberschwaben/Bodensee. „Zu sehen, unter welch ärmlichen Bedingungen viele der Familien leben müssen, und dass es mitten in Europa so viel Armut gibt, ist wirklich bedrückend. Und die Freude, wenn ein Kind dann ein Weihnachtstrucker-Paket in den Händen hält, ist unbeschreiblich.“ Vor allem die mitgeschickten Kuscheltiere oder Malsachen und die Schokolade machten die Kinder, die oft nicht einmal etwas Warmes zum Anziehen am Leib trugen, richtig glücklich. „Das mitzuerleben ist ein Gefühl, das man nicht in Worte fassen kann. Das lässt niemanden kalt.“

Neun Jahre nach der Aufnahme in die Europäische Union sei Rumänien immer noch bitterarm. Die Lage sei schwierig, Korruption sei immer noch weit verbreitet und 40 Prozent der Menschen lebten an der Armutsgrenze, heißt es im Bericht der Johanniter. Bildung könne ein Ausweg aus der Armut sein. Nur Kinder, die zur Schule gehen, bekommen ein Paket. Das sei auch ein Anreiz für die Eltern, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

„Im Namen der notleidenden Bevölkerung in Albanien, Bosnien und Rumänien möchten wir allen Spendern für ihre Hilfsbereitschaft danken. Ein riesengroßes Dankeschön geht auch an die Ehrenamtlichen und die zahlreichen freiwilligen Helfer, die uns mit ihrer Zeit, Kraft und ihrem Herzblut so wunderbar unterstützt haben“, lobt Stefan Dittrich alle, die die Aktion unterstützt haben. Vor allen auch bei den vielen Lkw-Fahrern, die zum Teil schon seit zehn oder mehr Jahren ihren Weihnachtsurlaub opfern, um beim Konvoi mitzufahren. Für sie steht jetzt schon fest: „Wir wollen auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder mit dabei sein.“

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