Was auf einer Pfeiffengras-Steuwiese kreucht und fleucht

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 Robert Baur vom Landschaftserhaltungsverband.
Robert Baur vom Landschaftserhaltungsverband. (Foto: Paul Martin)
Paul Martin

Es zirpt, es schwirrt und es beißt gelegentlich: Wer sich mit Robert Baur vom Landschaftserhaltungsverband ins Sigrazhofer Ried begibt muss etwas ertragen können, kann aber auch viel erfahren.

Man braucht gar nicht in den Wald gehen, wo früher Torf gestochen wurde. Schon der Waldrand des Waltershofer Wald bietet vieles, was nicht alltäglich ist. Heimische Riedschönheiten, aber auch Fremdlinge, welche drohen das Biotop aus dem Gleichgewicht zu bringen. Seit 1985 ist das Sigrazhofer Ried, ein Übergang vom Niedermoor zum Hochmoor, ein Naturschutzgebiet. Bis zu 120 Arten – wohlgemerkt nur auf die Flora bezogen – finden sich in der Pfeiffengras-Streuwiese am Waldrand. Der Name kommt vom Einstreu, die „Ernte“ dieser Wiesen wird als Strohersatz in Ställen verwendet. Wer denkt, man sollte die Naturschutzflächen sich selbst überlassen, liegt falsch. „Dass hier – nicht oft aber ein bis zwei Mal im Jahr – gemäht wird, ist wichtig.“, weiß Robert Baur. „Sonst war’s das hier ganz schnell mit der Artenvielfalt.“ Auch größere Sträucher werden entfernt.

So viel zur Pflanzenwelt. Was die Fauna angeht, bietet sich dem geduldigen Betrachter in der feuchten Wiese so manche Raffinesse der Natur an. Unzählige Heuschrecken springen bei jedem Schritt, den man hier macht, in alle Richtungen und ein Schmetterlingsnetz bringt schon nach wenigen Minuten auf der „Jagd“ bunte Falter, die teilweise nur hier im Ried ihre Nahrung finden.

Freilich ist ein Schutzgebiet nicht als Spazierroute gedacht, aber, so Robert Baur, „wenn man den Leuten nicht zeigt, was wir hier Tolles haben, dann kann man doch niemanden für den Erhalt und Schutz dieser Gebiete begeistern.“

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