So gelingt die Versorgung solidarisch

Lesedauer: 6 Min
Vor allem Ältere, die sich zuhause aufhalten müssen, sind darauf angewiesen, dass ihnen jemand hilft – etwa beim Einkaufen von L
Vor allem Ältere, die sich zuhause aufhalten müssen, sind darauf angewiesen, dass ihnen jemand hilft – etwa beim Einkaufen von Lebensmitteln. (Foto: Wolf/dpa)
Crossmediale Redakteurin

Das Coronavirus hat Deutschland derzeit voll im Griff. Schulen und Kindergärten bleiben vorerst geschlossen. Das öffentliche Leben wird auf ein Minimum reduziert.

Bei jungen gesunden Menschen mit einem starken Immunsystem nimmt eine Infektion mit dem Virus meist einen milden Verlauf. Für ältere Menschen oder Patienten, die an einer Grunderkrankung leiden, kann das Virus aber sehr gefährlich werden und zu einer Lungenentzündung führen.

Wer sich zuhause aufhalten muss, ist auf fremde Hilfe angewiesen. Für diejenigen, die keine Familie oder Freunde in der Nähe haben, gibt es mittlerweile vielfältige Hilfsangebote. Welche es, Stand jetzt, gibt, und wie sie in den kommenden Wochen funktionieren – ein Überblick.

Wie die Gemeinde Amtzell reagiert

„Mit Hilfsbereitschaft und gegenseitiger Unterstützung kann vor Ort geholfen werden. Wir suchen Menschen, die sich einbringen möchten, und rufen alle Personen zur Mitteilung des individuellen Bedarfs auf.“ Diesen kleinen Text hat die Gemeindeverwaltung am Montag auf ihrer Homepage veröffentlicht. Mit der Aktion „Amtzeller helfen Amtzeller“ soll die Versorgung für alle Bürger der Gemeinde in den kommenden Wochen gesichert werden.

Infizierte, Angehörige unter Quarantäne sowie alle Bürger, die mindestens 60 Jahre alt sind oder unter einer Immunerkrankung leiden, können sich bei der Verwaltung über ein Formular melden. Bürger, die Helfen wollen, können dies ebenfalls über ein Formular den Mitarbeitern im Rathaus mitteilen. Die Gemeindeverwaltung und der Verein „Füreinander Miteinander“ gleichen die Unterstützungsanfragen mit den Hilfsangeboten ab und koordinieren so die Versorgung.

„Mit der Aktion wollen wir zum Ausdruck bringen, dass ein Virus den Zusammenhalt in unserer Gemeinde nicht durchbrechen kann“, sagt Bürgermeister Clemens Moll auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung.“ Der Bürgermeister geht davon aus, dass sich die Unterstützung vor allem auf den Einkauf von Lebensmitteln fokussiert. Um aber auch auf andere Situationen vorbereitet zu sein, gibt es eine freie Zeile im Anmeldeformular. Sobald sich der erste Hilfesuchende meldet und ein Helfer gefunden ist, geht es los“, sagt Moll.

Das Rathaus seit weiterhin erreichbar, jedoch seinen unangemeldete Kontakte nicht möglich. Bürger, sollen sich per Mail oder Telefon ans Rathaus zu wenden. Die Formulare für Helfer sowie Bürger, die Unterstützung benötigen gibt es auf der Homepage des Rathauses.

Versorgung: So hilft Argenbühl

Auch in Argenbühl ist die Verwaltung aktiv geworden. „Wir haben eine extra Hotline eingerichtet“, sagt Hauptamtsleiterin Katrin Hengge im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Unter der Telefonnummer 07566/940287 können sich Mitbürger, die Hilfe bei Besorgungen benötigen jederzeit melden. Die Nummer ist auf der Homepage der Rathauses zu finden und wird am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlicht. Bisher sei noch kein Anruf gekommen.

Die Verwaltung hat in den Ortsteilen Eglofs, Ratzenried, Eisenharz und Christazhofen je einen ehrenamtlichen Ansprechpartner organisiert. Bei Bedarf geben die Rathausmitarbeiter den Hilferuf an diese weiter. „Wir kennen unser Dorf“, sagt Hengge. „Man weiß, an wen man sich wenden kann.“ Die vier Helfer in den Ortsteilen seien bestens vernetzt und könnten so leicht jemanden für die betroffenen Bürger organisieren. Sollte sich dennoch niemand finden, übernehmen Mitarbeiter der Gemeinde den Einkauf. Bürger aus Göttlishofen und Siggen werden von der Ansprechsperson in Christazhofen mitbetreut.

Laut Hengge halte die Gemeinde schon sehr gut zusammen. Viele Nachbarn würden sich schon privat aushelfen. „Wir wollten nur eine zusätzliche Plattform stellen, für Menschen, die diese Hilfe noch nicht erreicht.“

Das macht die Gemeinde Kißlegg

Die Gemeinde Kißlegg baut laut Bürgermeister Dieter Krattenmacher auf Basis der Nachbarschaftshilfe ein Netzwerk zur Hilfe für bedürftige Menschen auf. Wer aus den unterschiedlichsten Gründen das Haus nicht verlassen könne und deshalb Hilfe beim Einkaufen braucht kann sich an die Zentrale der Gemeindeverwaltung per Telefon unter der Nummer 07563/9360 wenden oder eine E-Mail an info@kißlegg.de schicken.

„Wir benötigen aber auch freiwillige Helfer“, sagt Krattenmacher. Diese mögen sich ebenfalls an die Gemeindeverwaltung wenden. Stand Dienstagmittag seien aber noch keine Hilferufe dieser Art im Rathaus eingegangen. „Die Leute helfen sich“, sagt Krattenmacher. Bürger mit erhöhten Risiko hätten meist ein funktionierendes Netzwerk aus Verwandten, Freunden und Nachbarn, die sich kümmern.

Die Verwaltung in Kißlegg sei weiterhin für die Bürger ansprechbar. Die persönlichen Kontakte sollen jedoch auf ein Minimum reduziert werden.

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr zum Thema

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen