Schulkunstausstellung in Kißlegg: Eine heitere, lustvolle und farbige Schau

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Alwin Stöckle, Ulrich Daum, Tanja Neidhardt, Dieter Krattenmacher, Gudrun Teumer-Schwaderer, Martin Blum, Erika Sigrüner und And
Alwin Stöckle, Ulrich Daum, Tanja Neidhardt, Dieter Krattenmacher, Gudrun Teumer-Schwaderer, Martin Blum, Erika Sigrüner und Andreas Heffinger (von links) sind die Initiatoren der Ausstellung mit regionaler Schulkunst im Neuen Schloss Kißlegg. (Foto: Caesar)
Schwäbische Zeitung
Babette Caesar

Es ist eine heitere, lustvolle und überaus farbige Schau mit insgesamt 65 Schülerarbeiten aller Schularten aus dem Bezirk des Staatlichen Schulamtes Markdorf. Zu sehen im Neuen Schloss Kißlegg in der Reihe „Schulkunst 2017“ unter dem diesjährigen Titel „Bild – Material – Objekt“. Dem künstlerischen Nachwuchs werde hiermit eine Plattform geboten, sich zu präsentieren, betonte Bürgermeister Dieter Krattenmacher. Zusammen mit den maßgeblichen Initiatoren hat er die Ausstellung am Sonntag eröffnet.

Die Bläsergruppe der Otl-Aicher-Realschule Leutkirch unter der Leitung von Gertrud Hiemer-Haslach stimmte auf den offiziellen Akt ein. Den bestritten neben Dieter Krattenmacher die Sprecherin des Schulkunstteams Gudrun Teumer-Schwaderer aus Kressbronn, Schulrat Ulrich Daum vom Staatlichen Schulamt Markdorf und Martin Blum, Referent des Zentrums für Bildende Kunst und Intermediales Gestalten beim Kultusministerium Stuttgart.

Den Blick nach vorn richten

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass das Markdorfer Schulamt sich Kißlegg als Ausstellungsort ausgewählt hat, so Dieter Krattenmacher. Gern sei man diesem Wunsch nachgekommen, schließlich handele es sich um ein Bürgerschloss, das allen zugänglich sein soll. Im Unterschied zu bereits verstorbenen Künstlern, die sich nicht mehr kritisch äußern könnten wie etwa Paul Klee aktuell in Lindau, sei es die junge Generation, die in 20 oder 30 Jahren die Regie übernehmen wird. „Wir wollen den Blick nach vorn richten, an der Basis beginnen und sehen, was junge Menschen bewegt“, gab er sich von dem Projekt überzeugt. Hoffnung, Freude, Frühling kämen ihm beim Betreten der Räume entgegen.

Gudrun Teumer-Schwaderer gab den vielen Besuchern eine Einführung in das Motto der Schau. Sie hat gemeinsam mit Andreas Heffinger, Tanja Neidhardt und Alvin Stöckle im Team die Werke zusammengestellt. Seitens der Gemeinde Kißlegg unterstützt von Erika Sigrüner.

Teumer-Schwaderer erläuterte die drei Begriffe, die auf den ersten Blick nicht gleich einleuchteten. Ein Bild kann heutzutage vieles sein. Von der bloßen Imagination bis hin zum Werbeplakat. Um es teilen zu können, bedarf es aber einer Form. Hierfür braucht es Material, damit es nicht nur im Datennirwana untergehe. Ein Klick genüge nicht, um das Bild im Gedächtnis zu verankern. Das Haftenbleiben sei das Ziel. Eigenes Gestalten und der Lernprozess seien wichtig für die Bildung. Gefreut habe sie, dass auch einige Objekte von der Decke hängen dürfen.

Martin Blum informierte über das Programm „Schulkunst“, dessen Jahresthema seit 1984 im ein- oder zweijährigen Rhythmus wechselt. Ein Gremium entscheidet jeweils darüber. Ist das geschehen, folgen entsprechende Fortbildungen mit Ausrichtung auf den Kunstunterricht. Mit großer Intensität seien die Schüler der hier gezeigten Werke dabei gewesen. Den Auftrag zur Persönlichkeitsbildung habe das Programm, gerade in Zeiten des Rationalisierungswahns. Alle zwei Jahre gäbe es eine große Landesausstellung. Die nächste ist 2018 in Stuttgart.

Material zum freien Gestalten

„Einfach tolle Arbeiten mit so viel Fantasie“, begeisterte sich Ulrich Daum anschließend für die Schau. Die zeigt bei einem Rundgang, dass kaum ein Material ausgelassen wurde. Holz, Pappe, Glas, Gips, Ton, Plastik, Schwemmholz, Draht bis hin zu neuesten Schuhmodellen mit Sohlen aus Gummibärchen, einer Freiheitsstatue neben einer Coca Cola-Flasche, ein Retrogemälde aus weggeworfenen Büchern, afrikanische Masken aus Plastikkanistern findet alles Verwendung zum freien Gestalten. Schüler der ersten bis elften Klassen aus Kressbronn, Kißlegg, Weingarten, Markdorf, Bad Wurzach, Langenargen und Leutkirch haben vor allem figurative Objekte und abstrakte Malerei kreiert, die einen großen Reichtum an bildnerischen Möglichkeiten darstellt.

Die Schulkunstausstellung im Neuen Schloss Kißlegg läuft bis 18. Juni. Sie ist geöffnet dienstags, donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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