„Reiter übern See“ zieht 600 Besucher an

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Rund 600 Zuhörer zeigten sich am Freitagabend begeistert von der musikalisch poetischen Weltreise „Reiter übern See – besser hei
Rund 600 Zuhörer zeigten sich am Freitagabend begeistert von der musikalisch poetischen Weltreise „Reiter übern See – besser heimatten“, inszeniert von dem Kisslegger Regisseur und Schauspieler Bernhard Stengele. Besonders bewegend waren die Auftritte der Chöre CHORrabis und Voice Drops der Jugendmusikschule. (Foto: Tine Steinhauser)
Tine Steinhauser

Ein Erlebnis der ganz besonderen Art hatten am Freitagabend die rund 600 Besucher eines Benefizkonzerts auf der Kisslegger Seebühne. „Reiter übern See – besser heimatten“, so der Titel der Vorstellung, den Initiator des Projekts, Bernhard Stengele, im Lauf des Abends aufklären konnte.

Er entstammt einer alten Kisslegger Handwerksfamilie und hat als Regisseur und Schauspieler beinah auf der ganzen Welt gearbeitet. Vor zwei Jahren ist er ins Allgäu zurückgekehrt. Auch seine Brüder Herbert und Stefan Stengele sowie sein Neffe Emil haben sich als Künstler international einen Namen gemacht und haben Verbindungen nach Afrika. So war die Idee schnell geboren: ein Benefizkonzert wird auf die Beine gestellt, um Projekte zu unterstützen, die Fluchtursachen bekämpfen.

Die befreundeten Musiker Paul Amrod, Téné Ouelgo, Matthias Jakob, Milena Ivanova und Corinne Choi-Schutz erklärten sich schnell bereit, so standen die Künstler am Freitagabend nach nur zwei Tagen gemeinsamer Probenzeit als Formation Kbameko auf der Bühne und wurden von den Jugendmusikschulchören CHORrabis und Voice Drops unterstützt. Bernhard Stengele inszenierte eine musikalisch-poetische Weltreise vom ‚Westallgäu nach Masaka über New York und Ouagadougou‘.

Befreundete Musiker mit dabei

„Wir bewegen uns heute Abend auf einer Zeitachse und auf einer geografischen Achse“, moderierte Stengele, „die Doors hörte ich zum ersten Mal mit neun Jahren, damals hatte die CDU in Kisslegg 92 Prozent“. Der Titel „Riders on the Storm“ hatte es ihm besonders angetan, „Reiter übern See – ins Allgäu nei gebor’n, in der Welt verlor’n“ ist seine deutsche Version. „Besser heimatten“ stamme aus einem Buch des Kisslegger Künstlers Uli Scheitenberger.

Die älteren Semester im Publikum erinnerten sich mit Stengele an die Zeit, als die ersten Hippies im Park auftauchten. Damit war die Botschaft klar. Stengele hat sich aufgemacht in die Welt, ist zurückgekehrt und kann nun mit seiner Kunst, mit seinen in der ganzen Welt gewonnen Freunden helfen. Schnell fanden sich Sponsoren, die die Musiker finanzierten, natürlich weit unter Tarif, so dass die Eintrittsgelder an die drei Projekte Aado/Burkina Faso, Uganda AG des Rupert-Neß-Gymnasiums und den Freundeskreis Liweitari gingen. Die drei Hilfsorganisationen unterstützen Bildungsprojekte in Afrika und bekämpfen somit konkret Fluchtursachen.

Doch damit noch nicht genug: auch musikalisch und poetisch war der Abend ein außergewöhnliches Erlebnis, eine spannende, aber auch witzige Reise durch Raum und Zeit, ein mutmachendes Miteinander verschiedener Nationalitäten und Generationen. „Wer Kisslegg verpasst hat, hat am Donnerstag in Wangen noch einmal die Chance, das Konzert zu sehen“, sagte Tilman Schauwecker aus Wangen, der die Organisation des Konzerts übernommen hatte, augenzwinkernd.

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