Rückruf von Defibrillatoren: Johanniter und DRK im Kreis Ravensburg nicht betroffen

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Defibrillator
Das Sozialministerium warnt vor einer bestimmten Marke Defibrillatoren, die zurückgerufen wird. (Foto: Colourbox)
Schwäbische Zeitung

Das baden-württembergische Ministerium für Soziales und Integration warnt vor Sicherheitsrisiken durch Defibrillatoren der Marke Telefunken AED Modell FA1 und HR1. Der niederländische Hersteller Defiteq International B.V. bringe diese Geräte seit Juli 2016 ohne gültiges CE-Zeichen unrechtmäßig auf dem EU-Markt in Verkehr. Es sei laut Ministerium davon auszugehen, dass dies auch Ersatzteile und Zubehör wie Batterien und Elektroden der genannten Produkte betrifft. Die Johanniter und das DRK im Kreis Ravensburg sind davon nicht betroffen.

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Wie benutzt man einen Defibrillator und welche Schritte sind dabei zu beachten? Rettungssanitäter Gabriel Hartmann von den Johannitern Kißlegg erklärt, wie man mit AED und Reanimation Leben retten kann.

Die Sicherheit und Funktionalität der nicht konformen Defibrillatoren sei nicht gewährleistet. Das Sozialministerium rät daher allen Betreibern dringend, die Defibrillatoren der Marke Telefunken AED Modell FA1 und HR1 auszutauschen und nicht mehr für die Anwendung bereitzustellen.

Die Johanniter im Kreis Ravensburg benutzen diese Marke nicht, erklärt Robert Lohr von den Johannitern in Kißlegg: „Auch in unseren Rettungswagen benutzen wir eine andere Marke. Wir sind nicht betroffen.“ Die Johanniter setzen im ganzen Kreis dieselben Modelle ein, um untereinander kompatibel zu sein.

Es könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass Privatpersonen diese Marke zu Hause nutzen, so Lohr. Diese würden aber sicher sofort Bescheid bekommen: „Jeder Käufer wird normalerweise vom Hersteller einzeln angeschrieben.“

Auch das DRK im Kreis sei nicht von der Rückrufaktion betroffen, erklärt Gerhard Krayss, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes: „Wir nutzen sowohl im Ehrenamt als auch in den Rettungswagen eine andere Marke.“

Lückenloser Verbleib der Geräte nicht nachvollziehbar

Der Vertrieb der genannten Produkte war untersagt worden, teilt das Sozialministerium weiter mit. Die zuständige niederländische Behörde habe mitgeteilt, dass der Hersteller die Produkte weiterhin produzierte und mit einer gefälschten Bescheinigung verkaufte. Der Rückruf der Produkte wurde angeordnet, lückenlose Informationen über den Vertrieb der Geräte seien aber nicht verfügbar. Das Ministerium rät daher dazu, alles AEDs regelmäßig zu kontrollieren.

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