Kißleggs Gasthöfe werden saniert

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Schwäbische Zeitung

Rund 91000 Euro investiert die Gemeinde Kißlegg in den Brandschutz und Umbau der beiden Gasthäuser Adler und Löwen. Dies hat Bürgermeister Dieter Krattenmacher in der jüngsten Sitzung dem Gemeinderat berichtet.

56000 Euro kostet der Umbau im Gasthof Adler, den die Gemeinde vorübergehend vom neuen Eigentümer gemietet hat. Hier sollen Obdachlose untergebracht werden und auch die derzeitigen Mieter dürfen weiterhin in dem Gebäude wohnen bleiben (wir berichteten). „Wir wussten um die Brandschutzmisere“, gibt Krattenmacher zu. Weil das zweite Obergeschoss damals „schwarz“ ausgebaut wurde, hat es keine baurechtliche Genehmigung und darf nicht genutzt werden. Darum muss auch das erste vom zweiten Obergeschoss brandschutztechnisch „abgeschottet“ werden. Auch sanitäre Anlagen müssen erneuert und die Zimmer hergerichtet werden. Die alte Industrieküche soll ausgebaut und eine neue Küche für die Bewohner eingebaut werden, berichtete Krattenmacher. Allerdings sei der Adler keineswegs als „Dauerlösung“ gedacht.

Beim Umbau und dem Brandschutz des Löwen schätzt die Verwaltung die Kosten derzeit auf 35000 Euro. Hier muss es einen Fluchtweg aus dem ersten Stock geben. Derzeit sei noch die Frage, ob der Dachstuhl erhalten werden muss oder nicht. Dreimal sei schon ein Gutachter vom Denkmalamt aus Stuttgart dagewesen, um dies zu prüfen, berichtete der Bürgermeister. Momentan ist im Gasthof Löwen, den die Gemeinde Ende 2015 gekauft hatte, die Kleiderstube des Freundeskreises Asyl untergebracht, aber auch in das Gebäude sollen nach den Umbauarbeiten wieder Menschen einziehen. Die Gemeinde werde jetzt nur das Nötigste machen. Je nachdem wie dann die weitere Nutzung sei, sollen beide Gebäude umfassender saniert werden.

Kritik an den Kosten gab es von Gemeinderat Anton Frei (SPD). Er sagte, dass Krattenmacher vorher von rund 20000 Euro an Kosten gesprochen habe. Er nannte beim Adler das Geld „ein Stück weit verloren“, denn er geht davon aus, dass der Adler irgendwann abgerissen werde. „Man hätte sich vorher Gedanken darüber machen müssen.“ Krattenmacher entgegnete, dass man von rund 20 bis 25000 Euro pro Gebäude für den Brandschutz gesprochen habe. „Die anderen Maßnahmen konnten wir nicht erahnen.“ Im Adler hätte man zehn Leute vor der Obdachlosigkeit bewahren können. Er sei froh, dass man für 100000 Euro bis zu 75Leute in allen vier Obdachlosenunterkünften in Kißlegg und Immenried unterbringen könne. „Das hätte man mit Bauen nicht geschafft.“ Allein das Camp in der Seestraße, wo derzeit rund 50 Asylbewerber wohnen, habe 800000 Euro gekostet.

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