Kißlegger Gewerbesteuer und Kinderbetreuung weichen vom Plan ab

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 Die Jahresrechnung der Gemeinde Kißlegg für 2017 ist fertig und fällt um knapp drei Millionen Euro höher aus als erwartet.
Die Jahresrechnung der Gemeinde Kißlegg für 2017 ist fertig und fällt um knapp drei Millionen Euro höher aus als erwartet. (Foto: Symbol: dpa)

Das Jahr 2018 neigt sich so langsam dem Ende zu und jetzt ist auch das Jahr 2017 rein rechnerisch in der Kämmerei Kißlegg abgeschlossen worden. Roland Kant legte die abschließenden Zahlen für das vergangene Jahr dem Gemeinderat vor. Mehrere Posten fielen besser aus als geplant, wie etwa die Genwerbesteuer-Einnahmen oder die Zuschüsse für die Kinderbetreuung. Insgesamt ist das Rekord-Haushaltsvolumen 2017 knapp drei Millionen Euro höher als angedacht.

Es seien die größten Gewerbesteuereinnahmen aller Zeiten, berichtete Kämmerer Roland Kant in der jüngsten Gemeinderatssitzung. 600 000 Euro mehr als geplant. Das liege vor allem an der aktuell guten Konjunktur, so Kant: „Wir sind auf einem sehr hohen Niveau. Deswegen müssen wir auch damit rechnen, dass die Rechnung für 2018 schlechter ausfällt.“ Auf den guten Vermögenshaushalt von knapp acht Millionen Euro Volumen würden sich außerdem die Erlöse aus dem Verkauf der Becherhalden-Grundstücke auswirken.

Die Schulden würden seit 2009 kontinuierlich sinken, stelle Kant vor. Allerdings sei hierbei zu beachten, dass die Gemeinde die Hälfte der Schulden des interkommunalen Gewerbegebiets Ikowa zu verantworten hat, welche insgesamt 4,46 Millionen Euro betragen.

Mehr Geld für Krippen-Kinder

Im Vergleich zum Plan, der für das Jahr 2017 erstellt wurde, hätte es allgemein keine großen Überraschungen gegeben, sagte Kämmerer Kant: „Wir haben weniger Gebühren eingenommen als geplant, dafür fielen die Zuweisung für die Kinderbetreuung höher aus.“ Das habe sich also gut ausgleichen könne. Für die 54 Kinder, die eine Krippe besuchen, erhielt die Gemeinde pro Kind und Jahr 13 000 Euro. Dieser Betrag liegt deutlich über dem, den die Gemeinde für die 296 Kinder im Kindergarten erhalten hat. Für diese Kinder gab es je 2300 Euro Zuschuss. Ein weiterer Posten im Finanzausgleich stellte auch der Zuschuss für die Unterbringung der Flüchtlinge dar. Zum Stichtag 15. September 2017 lebten 75 Geflüchtete in Kißlegg. Dafür erhielt die Gemeinde 92 600 Euro. Der Stichtag für die Rechnung 2018 ist Samstag, 15. September.

„Ich bin stolz auf unsere Rücklagen“, sagte Bürgermeister Dieter Krattenmacher. „Die Finanzierung der kommenden Kindergarten-Neubauten ist gesichert.“ Die Bürger müssten aber keine Sorgen haben, dass all die Ausgaben der Gemeinde nur durch ihre Steuern geschultert werden. Die Grundsteuer B, die sich direkt auf Mieten auswirkt, sei seit zehn Jahren stabil in der Gemeinde. Eine Erhöhung hatte der Gemeinderat vor Kurzem erst abgelehnt.

Diese Erhöhung sollte auch ausbleiben, so lange sich die gute Konjunktur fortsetzt, sagte ... Radke (FW). „Die Rücklagen sind erfreulich, damit sollten wir die Infrastruktur und die Schulen weiterentwickeln. Das ist jetzt Aufgabe der CDU, darauf haben wir schon länger hingewiesen.“

Zinsen und Elektrifizierung

Hans-Jürgen Schmidt (GOL) sprach die Zinsen von knapp einer Millionen Euro an, die die Gemeinde momentan zahlen muss. Aus diesen laufenden Verträgen auszusteigen sei allerdings auch mit Kosten verbunden, antwortete Kant. Die Konditionen seien gut, deswegen würde man nicht aussteigen. Auf die Frage von Schmidt, ob auf die Gemeinde Kosten wegen des geplanten Neubaus der Kreisverwaltung zukomme, antwortete Bürgermeister Krattenmacher: „Ich kann nicht viel dazu sagen, außer dass ich nahe bei Ihrer Meinung bin. Allerdings hat der Kreistag erste eine Senkung der Kreisumlage beschlossen.“

Auch die Kosten für die Elektrifizierung wurde aus den Reihen der Räte mehrfach angesprochen, getreu dem Motto „wir zahlen, andere fahren“. Er sei ebenfalls sehr froh, wenn das zweite internationale Infrastrukturprojekt der Gemeinde, nach der A96, endlich abgeschlossen sei, antwortete Krattenmacher.

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