Paul Martin

Es war streng nach Protokoll und hatte definitiv Staatsakt-Flair: Das offizielle Partnerschaftsprogramm am Sonntag in Le Pouliguen wird der Kißlegger Reisegruppe in Erinnerung bleiben. Zu Feierlichkeiten des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft Kißlegg-Le Pouliguen ist eine Delegation aus dem Allgäu nach Frankreich gereist.

Ein Umzug, eine Parade, eine Prozession? Ganz genau konnten die momentan in der Bretagne residierenden Kißlegger nicht definieren, woran sie am Sonntagvormittag teilgenommen haben. Zum Prozedere: Die Fahnen der vier Orte Kißlegg, Le Pouliguen, Fontanellato (Kißleggs italienische Partnergemeinde) und Llantwit Major (eine Stadt in Wales, die Partnerschaft mit Le Pouliguen pflegt) führten einen Zug durch den Hafenort an. Angekündigt von einer bretonischen Dudelsackgruppe und abgeschlossen von Kißlegger Jugendblasorchester und Alphornbläsern zogen die örtliche Feuerwehr, sowie die Gäste aus Deutschland samt Gastgeberfamilien zum Kriegerdenkmal.

Kranzniederlegung, Hymnen und Hissen der Flaggen sorgten für einen überraschend authentischen Mix aus gesundem Patriotismus – vor allem von französischer Seite aus – und gelebter Erinnerngskultur. Weiter ging es samt Fahnenabordungen und Musikgruppen zur Kirche Sankt Nicolas, wo gemeinsam Eucharistie gefeiert wurde. Raum für staatstragende Reden der vier Bürgermeister war anschließend im Rathausgarten von Le Pouliguen. Die Fußballweltmeisterschaft, der Brexit, und die schwierige Vergangenheit des heute vereinten Europas kamen hierbei ebenso zur Sprache, wie Worte des Dankes. Tenor der Reden war aber bei allen Amtsträgern: „Vive la Jumelage – Es lebe die Partnerschaft.“ Am Montagabend ging die Reise für die Kißlegger Delegation zu Ende.

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