Hundesteuer in Kißlegg wird erhöht

Lesedauer: 3 Min
Hundesteuer in Kißlegg wird erhöht
Hundesteuer in Kißlegg wird erhöht (Foto: Māra Zemgaliete)

Knapp, mit einer Mehrheit von neun zu acht Stimmen, hat der Kißlegger Gemeinderat am Mittwochabend die Erhöhung der Hundesteuer beschlossen. Künftig werden pro Hund und Jahr 84 statt wie bisher 72 Euro fällig. Auch die Vergnügungssteuer wird zum 1. Januar 2019 erhöht.

Beide Steuern sind sogenannte örtliche Aufwandsteuern. Seit 2013 werden Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit mit 20 Prozent der Bruttokasse besteuert. Gerichtlich anerkannt sei laut Gemeindeverwaltung aber auch ein Steuersatz von 25 Prozent. Die Städte Bad Wurzach und Isny hätten bereits erhöht.

In Kißlegg lag das Steueraufkommen durch die Vergnügungssteuer im Jahr 2017 bei rund 69 000 Euro. Die Erhöhung von 20 auf 25 Prozent ab Januar 2019 bedeute ein Plus von 18 000 Euro im Jahr. Die Gemeinderäte stimmten der Erhöhung einhellig zu.

„Positive Wirkung auf ältere Menschen“

Bei der Hundesteuer fiel das Votum dagegen nicht so eindeutig aus. Hunde haben für die Bürger eine große Bedeutung, wandte Friedrich Rockhoff (CDU) ein: „Viele junge Paare und Familien halten Hunde. Besonders wichtig sind die Tiere aber für Senioren.“ Die positive Wirkung eines Hundes auf die Aktivität eines älteren Menschen sollte man nicht ins Lächerliche ziehen. Darum sei er dagegen, die Hundesteuer einfach zu erhöhen.

Ähnlich äußerte sich auch Hans-Jürgen Schmidt (ELK/GOL): „Hunde sind eine wichtige soziale Komponente. Im Schlosspark beobachte ich immer wieder die große Freude von Herrchen und Hunden.“ Außerdem sei es doch gut, wenn Kinder mit einem Tier aufwachsen. Er sei gegen eine Erhöhung, allerdings könnte man über eine Zweithundesteuer sprechen.

Positiv sei tatsächlich, dass die Beschwerden über Hunde im Schlosspark in letzter Zeit zurück gegangen seien, sagte Bürgermeister Dieter Krattenmacher. „Es ist nicht unsere Absicht, jemanden zu ärgern. Wir müssen aber die Entwicklung der Steuern und gebühren im Blick behalten.“ Die Gemeinde müsse ihre Einnahmemöglichkeiten nutzen. Die Hundesteuer werde zur Deckung aller kommunalen Aufgaben mitverwendet.

Die Erhöhung auf 84 Euro pro Jahr ab 2019 würde laut Gemeindeverwaltung ein Plus von 5000 Euro bedeuten. Kampfhunde werden mit 600 Euro im Jahr besteuert. Jagdhunde sind befreit, für eine Begleithundeprüfung oder einen Hundeführerschein gibt es eine Ermäßigung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen