Frustriert dem Abstieg entgegen

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 Armin Kempter wurde gegen Ostrach kurz vor Schluss eingewechselt, ab der kommenden Saison ist er mit Sven Findeisen und Mario U
Armin Kempter wurde gegen Ostrach kurz vor Schluss eingewechselt, ab der kommenden Saison ist er mit Sven Findeisen und Mario Ullrich als Trainer für die erste Mannschaft verantwortlich. (Foto: Josef Kopf)
Sportredakteur

Durch ein Gegentor in der Nachspielzeit hat Landesliga-Schlusslicht SG Kißlegg gegen den FC Ostrach den ersten Punktgewinn nach der Winterpause verpasst. Der Frust saß bei SGK-Trainer Roland Wiedmann nach dem Schlusspfiff dermaßen tief, dass er keinen Kommentar abgeben wollte. Hätte er etwas gesagt, wäre sicherlich das Wort Abstieg vorgekommen. Denn dieser ist für Kißlegg wohl nicht mehr zu vermeiden. Ostrachs Trainer Timo Reutter dagegen freute sich über den späten Treffer zum 2:1 (1:1), der den FCO auf Abstand zur Abstiegszone hält: „Über 90 Minuten waren wir die klar bessere Mannschaft. Der Gegner hat nur reagiert.“

Auch wenn der Abstieg in die Bezirksliga mehr oder weniger klar sein dürfte, gibt es bei der SG Kißlegg einen dreifachen Anlass zur Zuversicht. Denn die Nachfolge für den scheidenden Roland Wiedmann ist gefunden. Wie SGK-Vorstand Franz Kempter am Sonntag mitteilte, werden Armin Kempter, Sven Findeisen und Mario Ullrich gleichberechtigt für die Kißlegger in der kommenden Saison zuständig sein. Armin Kempter ist heute schon Wiedmanns Co-Trainer und hilft auf dem Feld, wenn es unbedingt nötig ist; Ulrich trainiert aktuell die zweite Mannschaft, Findeisen spielt seit dem Ende seiner aktiven Karriere für die Alten Herren. „Das ist das Beste für unsere Jungs. Alle drei kennen sich mit der Mannschaft aus“, freut sich Franz Kempter. Es habe zwar auch einen Kontakt zu einem Trainerkandidaten von außen gegeben, schließlich habe sich der Verein aber für die interne Lösung entschieden. „Wir machen mit dem Trainerteam einen Neuaufbau“, kündigte Franz Kempter an. Der wird mindestens in Teilen auch nötig sein. Schon jetzt steht fest, dass Innenverteidiger Philipp Nadig und der defensive Mittelfeldspieler Fabian Nadig den Verein verlassen werden. Wohin die beiden Leistungsträger wechseln, sei noch nicht klar, sagte Franz Kempter.

Frühe Kißlegger Führung

Am Sonntag gegen Ostrach jedenfalls gaben die beiden Nadigs und ihre Mannschaftskollegen –ohne den erkrankten Kapitän Marcel Schneider - noch einmal alles, dass diese Landesligasaison nicht als völliges Desaster in Erinnerung bleiben wird. Nachdem die erste Ostracher Chance durch Ladislav Varady (5.) abgewehrt war, bestimmte Kißlegg das Spiel und ging verdient in Führung. Auf der linken Außenbahn setzte sich Julian-Colin Foot durch, flankte prima nach innen – und da hielt Matthias Müller entscheidend den Kopf hin und erzielte das 1:0 (16.). Von Ostrach war lange wenig zu sehen, erst gegen Ende der ersten Hälfte erhöhten die Gäste den Druck. Es brauchte allerdings eine Standardsituation, um richtig gefährlich in den Strafraum zu kommen. Bei einem Freistoß kurz vor der Pause stimmte die Zuteilung in der Kißlegger Hintermannschaft nicht, Fabian Riegger köpfte unbedrängt zum 1:1 ein (44.).

Nach dem Wechsel war bei beiden Mannschaften lange kein unbedingter Siegeswille zu spüren. Selten sahen die Zuschauer gute Kombinationen. Ostrach war dem 2:1 immerhin etwas näher, ohne große Dominanz auszustrahlen. Erst nach 70 Minuten hatten sie eine wirklich zwingende Möglichkeit. Im Strafraum wurde Andreas Zimmermann angespielt, traf aber nur das Außennetz. Vier Minuten später schoss Varady knapp drüber, weil SGK-Torhüter Alexander Kauk noch leicht mit der Hand am Ball war. Durch eine Ecke kam Kißlegg zur besten Chance auf den Sieg. Einen Kopfball von Daniel Kant lenkte FCO-Torhüter Thomas Löffler mit viel Mühe über die Latte (79.). Mehr Highlights gab’s bis zur Nachspielzeit nicht. Der eingewechselte Amin Rahmani kam glücklich am Strafraum an den Ball, zog sofort ab und traf zum alles in allem verdienten Sieg für Ostrach.

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