Fasnetsstück erstmals als „Auswärtsspiel“

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Die Frauen werden beim Fasnetsspiel zu Rettern in der Not.
Die Frauen werden beim Fasnetsspiel zu Rettern in der Not. (Foto: Verein)
Schwäbische Zeitung

Einmal ist immer das erste Mal. So ist das diesjährige Fasnetsspiel der Kißlegger Narrenzunft Hudelmale zum ersten Mal auswärts aufgeführt worden – bei der „freien Narrenzunft Wolfach“ im Schwarzwald. Ein Novum in der fast 150-jährigen Fasnetsspieltradition der „Narrenzunft Kißlegger Hudelmale“.

Das war eine schöne Ausnahme, denn in der Regel wird nur zu Hause in Kißlegg gespielt. Übrigens immer unter freiem Himmel auf dem Rathausplatz, egal, ob es regnet, stürmt oder die Sonne scheint. „Das hatten wir alles schon. Das ist unser Markenzeichen“, sagt Stephan Wiltsche, der das diesjährige Fasnetsspiel mit dem unfangreichen Titel „Frau Pompier und das Husarenstückle“ oder „Feuerwacht dank Weiberkraft“ oder „Vom wahren Grunde, warum z’ Kißlegg am Gumpala Dunschtig Weiberfasnet ischt“ geschrieben hat.

Der Auftritt in Wolfach war ein „Riesenerfolg“, findet Zunftmeister Hansjörg Schuwerk. Eingeladen wurden die Kißlegger Fasnetsspieler von der „freien Narrenzunft Wolfach“, die ihr 200-jähriges Bestehen mit „närrischen Festspieltagen“ vom 17. bis 18 Januar feierte. Kißlegg gehört mit Wolfach zu den wenigen Narrenzünften der „Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte“ (VSAN), bei denen sich der Brauch der Fasnetsspiele erhalten hat. Nachdem Schirmherr und Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Festspiele eröffnet hatte, führten in stündlichem Wechsel die Narrenzünfte Staufen, Burladingen, Wolfach und Kißlegg ihre Fasnetsspiele auf zwei Bühnen auf. „Wir waren zur Primetime um 20 Uhr dran“, freut sich Schuwerk.

„Tolle Generalaufführung“

„Es war etwas Besonderes“, sagt auch Stephan Wiltsche. „Die Atmosphäre war schön und es waren viele Zuschauer da. Die Zunft hat uns rundum gut versorgt“, ergänzt er. Und geklappt habe im Großen und Ganzen auch alles. „Es war eine tolle Generalaufführung.“ Von den Wolfachern habe es viele Lacher und Applaus gegeben.

Seit Dezember haben die Narren geprobt. Immer ein fester Stamm von 10 bis 15 Schauspielern ist dabei. „Wir lachen unheimlich viel bei den Proben“, erzählt Wiltsche. Schließlich werde da auch mal improvisiert, wenn der Text noch nicht ganz sitzt. „Für uns ist die Aufführung oft gar nicht so lustig wie die Proben.“

Das Überthema Feuer für das Fasnetsmotto stand recht früh fest, Wiltsches Idee für das Fasnetsspiel überzeugte die Kollegen, also durfte er es auch schreiben. Da er seit 27 Jahren Aktiver bei der Wangener Feuerwehr ist, war das naheliegend. Und als gebürtiger Kißlegger ist er in der Fasnet seinen Heimatort besonders verbunden. Doch der Aufwand, das ganze Stück in Reimform zu verfassen, ist nicht zu unterschätzen: „Ich musste einige Nachtschichten einlegen und hab’ mir auch extra Urlaub genommen“, sagt der Dekanatsreferent und Klinikseelsorger.

Fasnetsspiel mit Action

Und worum geht es jetzt eigentlich? Das Fasnetsspiel greift die Gründung der Kißlegger Feuerwehr im Jahre 1864 auf und erklärt augenzwinkernd, wie die ersten Frauen zur Feuerwehr kamen. Denn zur damaligen Zeit waren Frauen bei der Feuerwehr undenkbar. Am Gumpala Dunschtig wird die erfolgreich absolvierte Feuerwehrprobe im Löwen gebührend gefeiert. Diese Gelegenheit nutzen die Frauen, um sich, als Feuerwehrmänner verkleidet unter die zunehmend alkoholisierte Wehr zu mischen. Als es dann wirklich brennt, müssen die Frauen mit ausrücken. „Da ist schon ein wenig Action dabei“, verspricht Wiltsche. Und auch das Rathaus bleibt nicht verschont...

Das Fasnetsspiel wird am Gumpala Dunschtig, 12. Februar, um 19 Uhr auf dem Rathausplatz aufgeführt. Für Samstag laden die Hudelmale um 20.11 Uhr zum Zunftball in der Festhalle Kißlegg ein. Eintritt an der Abendkasse 9 Euro, im Vorverkauf 7 Euro.

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