Ein Kißlegger Unternehmen sorgt dafür, dass Feuerwehrmänner rechtzeitig zum Einsatz kommen

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 Der stellvertretende Bürgermeister Friedrich Rockhoff, Seniorchef Ludwig Schneider und Juniorchef Florian Schneider werden vom
Der stellvertretende Bürgermeister Friedrich Rockhoff, Seniorchef Ludwig Schneider und Juniorchef Florian Schneider werden vom stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister Thomas Strobl (von links) ausgezeichnet. (Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski)
Milena Sontheim

Wenn es brenzlig wird, sind sie da: die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Sie helfen bei Bränden, Unfällen, Überschwemmungen oder beseitigen Ölspuren auf der Straße. Meist muss es in solchen Situationen schnell gehen. Doch wie regeln das freiwillige Helfer in ihren Betrieben, wenn der Alarm während der Arbeitszeit losgeht? Das Unternehmen Elektro Schneider bietet eine Lösung - und wurde dafür ausgezeichnet.

Genau 70 Mal mussten Ehrenamtliche, die bei Elektro Schneider arbeiten, im vergangenem Jahr zu einem Einsatz ausrücken. „Die Feuerwehrmitglieder können jederzeit weg, auch wenn sie bei Kunden sind“, sagt der Inhaber Florian Schneider. Diese würden in der Regel Verständnis zeigen. Die nachfolgenden Termine würden neu koordiniert. „Wir sind eingespielt bei solchen Situationen“, sagt Schneider. Er legt viel Wert darauf, dass der freiwillige Dienst nicht wegen der Arbeit auf der Strecke bleibt. Nachteile für die freiwilligen Helfer ergeben sich aus den Feuerwehreinsätzen nicht, denn die Fahrtkosten werden als Geschäftsfahrt abgesetzt. Die fehlenden Arbeitsstunden werden bei der Lohnabrechnung zwar nicht bezahlt. „Aber die Gemeinde Kißlegg erstattet Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr den Verdienstausfall.“ Denn: Bei einem Gebäudevollbrand könne man schon mal zwei Tage im Einsatz sein.

Fünf von Schneiders 50 Mitarbeitern helfen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Kißlegg. Das Ehrenamt ist ihm auch ein persönliches Anliegen, denn er ist selber schon lange Mitglied bei der Feuerwehr Kißlegg. Er ist Fachberater für Stromversorgung bei langanhaltenden Ausfällen, erledigt im Feuerwehrhaus häufig die Elektroarbeiten und sponsert unter anderem die Jugendfeuerwehr.

Zudem hat Schneider auch die Handlungsfähigkeit der Feuerwehr verbessert, indem er für jeden Einsatzwagen einen Elektrowerkzeugsatz zum Stilllegen einer gesamten Hausanlage gespendet hat. „Das war mir sehr wichtig, weil es bei einem Einsatz schon mal vorkam, dass ein Kabel unter Vollspannung stand und niemand es gemerkt hat“, sagt er.

Wegen Schneiders persönlichem Einsatz hat ihn der Kißlegger Feuerwehrkommandant Andreas Wiltsche für die Auszeichnung „ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber im Bevölkerungsschutz“ vom Land Baden-Württemberg nominiert. Weil er seine Mitarbeiter seit vielen Jahren bei der Ausübung ihres Ehrenamts unterstützt, bekam er die Auszeichnung.

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