Ein Kalender für die Erinnerung

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Der neue Kißlegg-Kalender für 2014 ist ab jetzt erhältlich. (Foto: privat)
Corinna Blum

Von Kißleggern für Kißlegger. Das soll der Kalender sein, den Bernd Mauch auch für das kommende Jahr nun wieder erstellt hat. Das Besondere: Der Kißlegg-Kalender zeigt keine neuen Ansichten aus der Gemeinde, sondern alte – und meist sogar sehr alte.

Seit 2007 bringt Bernd Mauch jährlich den lokalbezogenen Kalender heraus. „Damals habe ich im Internet eine Seite entdeckt, auf der man Wandkalender entwerfen und drucken konnte“, erzählt er. Zu diesem Zeitpunkt sei diese Möglichkeit noch eine Seltenheit gewesen.

Die ersten Kalender ließ Mauch noch zum Selbstzweck drucken: Als Weihnachten vor der Tür stand und mit dem Fest auch die Frage, was er Familie und Freunde schenken würde, beschloss er, ihnen einen ganz persönlichen Kalender zu gestalten. Fotos aus der Gemeinde sollten darauf zu sehen sein.

Also stellte Mauch die einzelnen Monate zusammen, besorgte sich zusätzliche Motive bei einem Kißlegger Postkartensammler, da er selbst nicht genügend Fotos hatte, und schickte die Datei an den Kalenderverlag.

Damit hätte die Geschichte des Kißlegg-Kalenders auch schon wieder enden können.

Das tat sie aber nicht. Nachdem er die Kalender verschenkt hatte, seien auf einmal viele Leute auf ihn zugekommen, die diese Jahrweiser bei seinen Bekannten und Verwandten gesehen hatten und nun selbst einen wollten. Den Ausschlag gab, so erzählt Bernd Mauch, schließlich ein Freund von ihm, der damals noch in der hiesigen Sparkasse arbeitete, sich von den Kalendern begeistert zeigte und Mauch anbot, die „Chroniken“ den Leuten in der Sparkasse anzubieten.

Bernd Mauch sagte zu – und damit nahm die Geschichte des Kißlegg-Kalenders ihren weiteren Lauf. Anfang 2008 bestellte er Kalender für das bereits laufende Jahr nach, so groß war die Resonanz.

Im selben Jahr, als ihm längst klar war, dass es auch für das Jahr 2009 einen Kißlegg-Kalender geben würde, beschloss er, seine „Geschenke“ in der Druckerei Schuwerk vor Ort drucken zu lassen. Seitdem hat es in jedem Jahr einen solchen Kalender gegeben.

Alles in Eigenarbeit

Die Fotos und Postkarten dafür erhält Bernd Mauch hauptsächlich aus dem Privatbesitz von Kißlegger Bürgern. Diese scannt er in den Computer ein, bearbeitet sie und gestaltet den gesamten Kalender selbst. Danach gibt er die Bilder natürlich wieder an den Besitzer zurück. Zwischen 30 und 40 Fotos sind in einem Kalender abgedruckt. Das ist viel. Das bekommt Bernd Mauch mittlerweile auch zu spüren. „Es ist schon schwierig, immer wieder neue Fotos zu finden“, sagt er. Meist geht er selbst auf Mitbürger zu und fragt sie nach Fotos. Es gibt auch Leute, die auf ihn zukommen. „Aber das sind leider noch zu wenig. “

Das älteste Foto, das Bernd Mauch bisher untergekommen ist, ist von 1900. „Es gibt auch noch Fotos aus dem Dritten Reich“, weiß Bernd Mauch. Auch diese finden ihren Weg in die Kalender.

Doch was fasziniert ihn an den alten Fotos von seiner Gemeinde? „Das Ortsbild verändert sich immer weiter. Viele Gebäude sehen heute völlig anders aus oder gibt es gar nicht mehr“, so Mauch. Und auch die Menschen auf den Fotos üben ihren Reiz auf die Kißlegger aus – so konnten die Bürger dort in den vergangenen Jahren immer wieder bekannte oder gar verwandte Gesichter auf den Bildern erkennen – und das können sie im nächsten Jahr bestimmt auch wieder.

Der Kißlegg-Kalender für das Jahr 2014 ist ab jetzt wieder erhältlich, und zwar in der Filiale der Kreissparkasse in Kißlegg und bei Bernd Mauch persönlich, Albert-Schweitzer-Weg 1. Er kostet zehn Euro.

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