Dexico spielt in Turnhalle statt Strandbad

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Auch in einer Turnhalle schafft es Dexico mühelos, dem Publikum ordentlich einzuheizen.
Auch in einer Turnhalle schafft es Dexico mühelos, dem Publikum ordentlich einzuheizen. (Foto: Paul Martin)

Dass sie im Stande sind jede Bühne zu „rocken“, das bewiesen am Donnerstagabend die Musiker der Band Dexico. Wegen des schlechten Wetters fiel die ursprünglich geplante Location, die Seebühne am Strandbad, ins Wasser. Das folglich nicht ganz so zahlreiche Publikum – Eva-Maria Sauter vom Gäste- und Bürgerbüro schätzt 220 Besucher – musste also Atmosphäre-Abstriche in Kauf nehmen und der Band in der Turn- und Festhalle lauschen. Knapp zwei Stunden dauerte der Big Pop-Auftritt.

Vor sieben Jahren sei Dexico zum letzten Mal in Kißlegg aufgetreten, erklärte Sänger Benny Spähn. „Das war beim Parkfest.“ Die Verlegung des Auftritts vom Strandbad in die Halle bedauerte er, sah darin aber augenzwinkernd auch positives: „In der Halle sind bisher erst zwei ertrunken, also sicherer ist es auf jeden Fall.“

Ein besonderer Leckerbissen für diejenigen, die vor Jahren schon einmal ein Dexico-Konzert gewesen sind, waren die älteren Lieder, die am Donnerstag neben vielen Neuheiten der Band zu hören waren. „Da sind Songs dabei, die haben wir Jahre lang nicht gespielt.“, so Spähn. Der Song „Für’n Zehner“ beispielsweise stammt aus dem Jahr 2015 und handelt davon was man alles für zehn Euro machen würde. Einen „Zehner“ hatte die Gemeinde übrigens auch als Eintritt veranschlagt. Band-Leader Spähn honorierte: „Echt stark, dass ihr zum Konzert einer Band kommt, die eigene Sachen macht.“

Die elf Profimusiker auf der Bühne sorgten für mächtig Stimmung in dem alten Turnhallengemäuer – melodisch und rhythmisch. Schade nur, dass die deutschen und selbstgeschriebenen Texte des Ensembles in den Weiten der Halle nur bruchstückhaft zu verstehen waren.

Höhepunkt des Abends: Johannes Reischmann, neben Chris Mattheis einer der beiden Kißlegger in der Band, und Dominik Schad an Percussion und Drums, die ordentlich eingeheizt haben. Dazu ein Publikum, das sich den Beats nicht entziehen konnte und enthusiastisch mitmachte, anstatt sich nur berieseln zu lassen. So auch beim Song „Wenn er fällt, dann schreit er“, der – außer der einen Textzeile – herzlich wenig mit dem Kinderspiel zu tun hat.

„Unser letzter Auftritt war auf einer riesen Bühne, da war man komplett auseinandergerissen. Heute das totale Gegenteil, total intim“, sagte Sänger und Gitarrist Benny Spähn nach dem Konzert. Auf SZ-Nachfrage erklärte er, dass das Konzert in Kißlegg der vorerst letzte Auftritt der Band gewesen sei. „Momentan ist erstmal gar nichts geplant.“, lautet die bittere Nachricht für die Fans in der Region und darüber hinaus.

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