Das macht das Allgäu zur Linedance Hochburg

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 Die Linedance Gruppe aus Kißlegg trainiert mit ihrem Instructor Mike Buchweitz (vorne liegend) immer mittwochs im Sportheim Kiß
Die Linedance Gruppe aus Kißlegg trainiert mit ihrem Instructor Mike Buchweitz (vorne liegend) immer mittwochs im Sportheim Kißlegg. (Foto: Carmen Notz)
Carmen Notz

Seit dem Sommer 2017 gibt es in Kißlegg und Urlau je eine feste Lincedance-Gruppe, die aus je einem Anfängerkurs heraus entstanden sind. Sie nennen sich die Twister Alley Linedancer, haben inzwischen einheitliches Outfit – Cowboystiefel und -hüte – und trainieren jede Woche mit ihrem Instructor Mike Buchweitz aus Kempten: dienstags im Hirschstadl Urlau und mittwochs im Sportheim Kißlegg.

Nach einem zweiten Anfängerkurs im Frühjahr 2018 an beiden Orten bekam die Gruppe nochmals viele neue Mitglieder. Inzwischen zählen die Twister Alley rund 115 aktive Tänzer. Linedance scheint eine Art Virus zu sein, wobei nicht nur die synchrone Tanzform begeistert, sondern auch die lockere, nette Gemeinschaft und Geselligkeit. Vor allem Frauen, die gerne tanzen oder sich rhythmisch-sportlich bewegen möchten, seien Linedance-Fans. Hier braucht es keinen Partner, die Choreografien werden in einer Reihe (Line) neben- und hintereinander getanzt. Western-, Country, aber auch Pop-Musik läuft und einer steht vorne, einer wie Mike: Er ist Meister in seinem Fach, seit Jahrzehnten ein Linedance-Insider, der mehr als 100 Tänze beherrscht, der gut erklären und motivieren kann.

Tanz in alle vier Himmelsrichtungen

Einfach nur mitmachen geht beim Linedance allerdings nicht. Jede Choreografie muss gelernt werden und zwar im Rhythmus der Musik. Da ist auch mal schwitzen angesagt. Hat man die Bewegungsabfolge im Kopf, wird sie in alle vier Himmelsrichtungen getanzt, das ganze Lied durch. Dann heißt es „Side Step, Kick, Slip, Turn, Clap, Shuffle“. „Die meisten Mitglieder der Twister haben inzwischen 60 bis 70 Tänze auf Lager, was regelmäßiges Training erfordert. Außerdem werden Gedächtnis und Koordination geschult und man braucht so ziemlich alle Muskeln, einschließlich der Lachmuskeln“, meint Mike Buchweitz. 2019 wird es keine neuen Anfängerkurse geben. Das Linedance-Kontingent von Instructor Mike ist übervoll. Drei Abende in der Woche tanzt er: In Urlau, Kißlegg und in Lautrach, wo er seit 2014 eine Gruppe hat. Passende Musik hat der ehemalige Radiosprecher und Countrysendung-Macher genug auf Lager. Linedance ist sein liebstes Hobby. „Unsere Events mit Live-Musik sind immer ausgebucht, die Linedancer sind wie eine große Familie und der Hirschstadl mit Holzboden und rustikaler Einrichtung eine ideale Location“, schwärmt Mike.

Noch vor einem halben Jahr hätte Mike es nicht für möglich gehalten, dass so viele Anfänger, trotz manch anstrengender Trainingstunde, dabei bleiben und begeistert mitmachen. Dass das Allgäu eine Linedance-Hochburg ist, ist schon bis nach Hamburg durchgedrungen: Das internationale Magazin Living Linedance, mit Sitz in der Hansestadt, möchte demnächst einen Artikel über die Allgäuer Twister Alley drucken. Mit rund 115 Mitgliedern in fünf Gruppen gehören sie zu der am schnellsten gewachsenen Gruppe in Deutschland und sind vermutlich die Größte im Allgäu.

Allgäu Spezial: Die jungen Westernlinedancer

Und noch etwas besonderes hat das Allgäu in Sachen Linedance: Die erste Kinder- und Jugendgruppe, die Western-Linedancer vom Prinzenhof bei Herlazhofen. 2017 haben rund zehn junge Reitschülerinnen für ein Westernreitturnier ein paar Tänze einstudiert, nur aus Spaß. Mit ihrer Reitlehrerin Jutta Kaiser zeigten sie ihr Können auch beim Linedance-Fest in Aitrach. Das war ihr Durchbruch, die Motivation ist ungebrochen. Inzwischen sind es 20 junge Mädchen zwischen acht bis 18 Jahren. Auftritte in Oberschwaben und bis in Stuttgart können sie schon verzeichnen.

Anfang März feiern die Twister Alley ihr zweijähriges Bestehen im Hirschstadl. Mike freut sich und meint: „Mit dem Linedance im Allgäu schließt sich der Kreis zu den Kelten, die einst hier lebten und auch gerne tanzten.“

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