Das gehörte gehört: „Ganz Chor“ auf der Seebühne Kißlegg

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Erstmals wurde am Obersee in Kißlegg eine Seebühne aufgebaut. Unter dem Motto „Kißlegg ist ganz Chor“ traten am Wochenende Chör
Erstmals wurde am Obersee in Kißlegg eine Seebühne aufgebaut. Unter dem Motto „Kißlegg ist ganz Chor“ traten am Wochenende Chöre in verschiedensten Musikrichtungen auf. Auf dem Bild singt und tanzt der Chor „Young Voices“. (Foto: Claudia Bischofberger)
Claudia Bischofberger

Es war eine Premiere und ein gelungener Auftakt: Zum ersten Mal wurde am Obersee in Kißlegg eine Seebühne aufgestellt. Der Oberschwäbische Chorverband (OCV) eröffnete in feierlichem Rahmen die lange Nacht der Chöre.

„Wenn es einen Wettbewerb für die freundlichste Gemeinde Deutschlands gäbe, stünde Kißlegg an Platz eins“, schwärmte gleich zu Beginn der Veranstaltung Anne-Regina Sieber, Verbandschorleiterin des Oberschwäbischen Chorverbands. Sie habe lange gesucht, um ein Event wie dieses auszutragen.

Sie sei sich gleich mit Bürgermeister Dieter Krattenmacher einig gewesen, dass dies der ideale Platz sei. Und die Kulisse des Obersees an einem warmen Sommerabend, dessen kühle Brise langsam die heißen Temperaturen des Tages senkte, hätte in Verbindung mit den brillanten Chören besser nicht sein können. Den Auftakt machte der Männerchor des OCV. Mit kräftig-klaren Stimmen sang er unter anderem „What a wonderful world“ – und angesichts der einzigartigen Natur, die das Publikum umgab, konnte man dem nur zustimmen.

Es mag wohl an der Hitze des Tages gelegen haben, dass dem Publikum nach dem Auftritt der Männer völlig entging, noch um eine Zugabe zu bitten. Anne-Regina Sieber nahm es mit Humor. Sie wies die Zuhörer darauf hin, dass sie „zufällig“ noch ein weiteres Lied vorbereitet hätten, und mit einem schwungvollen Abschluss endete der Auftritt der Männer unter dem begeisterten Beifall des Publikums.

Der Obersee hat immer noch bis zu 16 Meter Tiefe

Bürgermeister Dieter Krattenmacher begann seine Rede mit interessanten Hintergrundinformationen den Obersee betreffend. Bereits über 10 000 Jahre liege seine Entstehung zurück. Selbst jetzt, bei anhaltender Trockenheit, habe er seine tiefste Stelle noch bei knapp 16 Metern. Unter den Wiesen und unter dem See befinde sich uralter Kulturgrund, und die gesamte Gegend sei stark vom Barock geprägt.

Schon aus diesem Grund passe diese Veranstaltung zu dieser Umgebung. Krattenmacher betonte einmal mehr, dass er gerne Gastgeber für dieses einzigartige Event sei, dabei habe er auch kaum weder dem Charme von Anne-Regina Sieber noch ihrem eisernen Willen widerstehen können.

Der Frauenchor des OCV sang unter anderem von Elton John „Kann es wirklich Liebe sein“. Und gleichsam mit dem im Lied vorkommenden Satz „lag ein Zauber auf dem Augenblick“. Das lernfähige Publikum forderte schließlich nun lautstark die Zugabe an. Ein Likörchen für das Frauenchörchen... sei besser als jeder Blumenstrauß, so der Text des erfrischend fröhlich gesungenen Schlusslieds.

Der Leiter des Kulturbetriebs im Landkreis Ravensburg, Maximilian Eiden, fand, dass allein das Motto „Kißlegg ist ganz Chor“ Programm ist. Der OCV stehe für einen Teil dieser Landschaft und sei verdient auch ein Teil des OEW-Kultursommers.

Modern und spritzig rundeten die „Young Voices“ schließlich das Programm des Abends ab. Die Frage auf den Titel des Liedes „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ musste nicht lange nach einer Antwort suchen. Denn die Chancen auf „Sonnenschein von Juni bis September“ stehen gut für das Jahr 2018. Der Chor wurde geleitet von Simone Dangel.

Der Präsident des Schwäbischen Chorverbands, Jörg Schmidt, bezeichnete die Veranstaltung als beispielhafte Aktion und lobte es sei eine enorme Leistung was hier auf die Beine gestellt wurde. Darüber hinaus konnte er von einer ansteigenden Zahl an Chören berichten, was ebenfalls ein Grund zur Freude sein.

Der Präsident des Oberschwäbischen Chorverbands, Achim Schwörer, sprach das Schlusswort des offiziellen Teils des Abends. Es sei unglaublich, über wie viele Wochen und Monate die Vorbereitungsarbeiten angedauert hätten. Dank sei denen geschuldet, die im Vorder- und Hintergrund dafür gesorgt hätten, das dies ein so gelungenener Abend wurde.

Die anschließende Nacht der Chöre fand in der Kirche St. Gallus und Ulrich sowie auf der Seebühne am Obersee statt.

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