Bundesförderung für Sporthallen: Moll enttäuscht, Krattenmacher freut sich riesig

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 Kißlegg bekommt 225 000 Euro für die sanierung ihrer Halle.
Kißlegg bekommt 225 000 Euro für die sanierung ihrer Halle. (Foto: mek)

Des einen Freud’, des anderen Leid: Während Kißlegg aus Berlin gut 225 000 Euro für die Sanierung der Turn- und Festhalle überwiesen bekommt, ging Amtzell beim Bundesförderprogramm mit seinem Antrag zu Sanierung und Ausbau der Mehrzweckhalle leer aus. Wie planen die beiden Gemeinden jetzt weiter?

„Jetzt wissen wir endlich, woran wir sind“, sagt Amtzells Bürgermeister Clemens Moll, kann aber eine „gewisse Enttäuschung“ nicht verhehlen: „Auch wenn die Konkurrenz bei dem Programm riesig war, war trotzdem die Hoffnung auf eine Bundesförderung da.“ Geschätzte vier Millionen Euro werden Sanierung samt Ausbau der Mehrzweckhalle kosten, eine in Aussicht gestellte Förderquote von 45 Prozent hätte der Gemeinde mehr als gut getan. Vor dem Hintergrund, dass man weitere Millionenprojekte wie Breitbandausbau, Sanierung Kindergarten St. Gebhard und den Brandschutzbedarfsplan samt Feuerwehrhaus vor der Brust hat. „Der Verwaltungsvorschlag wird jetzt in Richtung Feuerwehr und Kindergarten als Pflichtaufgaben gehen und danach erst die Halle als Freiwilligkeitsleistung“, so Moll. Aber: „Auch wenn wir die Halle zurückstellen, werden wir uns zeitnah mit einer neuen Bestuhlung auseinandersetzen.“

Vielleicht schon in der nächsten Ratssitzung am 29. April, wenn der Beschluss des Haushalts 2019 auf dem Programm steht. Dann könnte auch zur Sprache kommen, wie man mit den bereits für die Hallensanierung bewilligten ELR-Mitteln in Höhe von 250 000 Euro verfährt. Dass man die Mittel eventuell verfallen lassen müsste, davon will Moll jedenfalls nicht sprechen: „Wir werden in jedem Fall das Gespräch mit den Zuschussgebern suchen.“

„Herr Rief und Herr Gerster haben uns da bärig geholfen“

„Riesige Freude“ herrscht dagegen bei Molls Bürgermeisterkollege aus Kißlegg. „Der Zuschuss vom Bund kommt zur richtigen Zeit“, sagt Dieter Krattenmacher. Denn bei der 60 Jahre alten Turn- und Festhalle sei „noch nicht so viel gemacht“ worden. Deshalb werde man demnächst mit den sanitären Anlagen und dem Anbau im Eingangsbereich beginnen, um dann im nächsten Jahr mit der jetzt vom Bund mit 45 Prozent geförderten energetischen Sanierung weiterzumachen. „Ohne die Förderung hätten wir das so bald nicht gemacht und die Fassadensanierung um ein paar Jahre verschoben“, so Krattenmacher. Und spricht bei dem Zuschuss auch von dem glücklichen Umstand, dass beide Abgeordnete aus dem Wahlkreis im Haushaltsausschuss des Bundestags seien: „Herr Rief und Herr Gerster haben uns da bärig geholfen. Da war viel politischer Wille dabei.“

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