5G, Container und kaputte Schulen sind Thema

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 Landesminister Manfred Lucha (Mitte) steht Rede und Antwort bei der Kisslegger Jugendkonferenz.
Landesminister Manfred Lucha (Mitte) steht Rede und Antwort bei der Kisslegger Jugendkonferenz. (Foto: Leon Eltrich)
Schwäbische Zeitung

Mehr als 60 Jugendliche aus dem Landkreis Ravensburg haben sich an einer vom Kreisjugendring Ravensburg organisierten Jugendkonferenz im Schulzentrum Kißlegg beteiligt. Vertreter aus Jugendräten und Schulen befragten Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration, zu aktuellen politischen Themen.

Laut Pressemitteilung kamen die 14- bis 19-Jährigen aus Leutkirch, Argenbühl, Waldburg, Kißlegg, Ravensburg, Weingarten, Wangen und Bergatreute bestens vorbereitet zur Konferenz. Bevor Lucha eintraf, hatten sie auf Stellwänden zu den Themen „Integration“, „Schule und Bildun“, „Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“ diskutiert und Fragen gesammelt.

Wurde der Minister in seinen Antworten zu ausführlich, bremste ihn die junge Moderatorin zuverlässig ein und mahnte, zum Ende zu kommen. „Warum lernen wir in der Schule nicht Kochen oder wie man eine Steuererklärung ausfüllt?“ „Es wäre schön, mal in eine Schule zu gehen, in die es nicht hineinregnet.“ „Warum können wir nicht kostenlos mit dem Bus zur Schule fahren?“ Das waren einige der Anliegen.

Manfred Lucha räumte ein, dass es beim Schulbau Nachholbedarf gebe, verwies jedoch zugleich auf die hohen Investitionen des Landes und des Bundes. Beim Thema Schülerbeförderung, für die der Landkreis zuständig ist, sprang ihm der Kißlegger Bürgermeister Dieter Krattenmacher bei. Beide Politiker verteidigten den Eigenanteil und verwiesen auf die hohen Zuschüsse des Landkreises für die Schülerfahrkarten. Beim Thema Digitalisierung kritisierten die Jugendlichen das aus ihrer Sicht zu langsame Tempo bei der Netz-Abdeckung. Was Integration anbelangt, ging es um die Frage, warum gut integrierte Flüchtlinge, die einen Arbeitsplatz aufweisen, weiterhin mit Abschiebungen rechnen müssen.

Die Jugendlichen plädierten bei der Konferenz auch für mehr Foodsharing. Lucha setzte in seinem Statement auf „regionales, gesundes und klimafreundliches Essen“. Das hätten sie ja gerne, entgegneten die Jugendlichen, doch schaue die Realität anders aus: „In unserer Schule kommt das Essen tiefgefroren in Plastik an und wird dann aufgetaut“, war in der Diskussion zu hören.

Lucha appellierte, mit Blick auf den nächsten Wahltermin, an die Anwesenden: „Geht bitte unbedingt am 26. Mai wählen. Ab 16 darf man den Gemeinderat wählen, ab 18 das Europäische Parlament.“

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