Zahl an Erstspender steigt stetig

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Blutspendeaktion
Melissa Maccarone begleitet ihren Papa Alexander. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Ein sehr erfreulicher Blutspendentag zu Jahresbeginn in Isny: „Alles hat gepasst, es gab so gut wie keine Wartezeiten für die spendenwilligen Personen, obwohl wir gut zehn Prozent über dem bei einem Januartermin zu erwartenden Ergebnis liegen – das ist wunderbar“, kommentierte Einsatzleiterin Renate Kreil gegen 20 Uhr.

Sie hatte mit ihren circa 40 Helfern alle Hände voll zu tun. „Wenn es so reibungslos läuft wie heute, macht die Arbeit richtig Freude.“ Notarzt Wolfgang Dieing erinnerte sich an den Januartermin des vergangenen Jahres, als bei 30 Zentimeter Neuschnee einfach kein Durchkommen auf den Straßen war und man einen Einbruch von rund 100 Blutkonserven in Kauf nehmen musste. „Umso erfreulicher ist, dass wir wieder auf Normalniveau sind und sogar darüber.“ Auch erfreulich sei die stetig steigende Zahl an Erstspendern, denn wer einmal begonnen hat, der komme auch wieder, insgesamt sei eine Verjüngung der zur Blutspende bereiten Menschen festzustellen.

Ob es auch daran liegt, dass Kinder, die ihre Eltern zum Blutspenden begleiten, ganz genau zugucken dürfen, was mit Mama oder Papa beim „Aderlass“ passiert – wenn sie nicht Stifte und Malheft nutzen, um sich solange selbst beschäftigen zu können? In jedem Fall müsse in diesem Zusammenhang die Unterstützung durch die Stadt bei der Blutspendenwerbung im vergangenen Jahr genannt werden. Ein Brief der Stadtverwaltung an junge Menschen habe einen regelrechten Schub in der Spendenbereitschaft in der jüngeren Generation ausgelöst, ist von Kreil und Dieing zu hören.

Zum reibungslosen Ablauf trage inzwischen auch eine Neuerung bei den Stationen dar, die durchlaufen werden müssen: Zur Anmeldung muss jeder einen Ausweis, wenn vorhanden auch möglichst den Blutspendenpass mitbringen. Anonym muss auch ein Fragebogen ausgefüllt werden, bevor in der Laborstation Hämoglobin, Blutdruck und Körpertemperatur gemessen werden.

Danach folgt das Arztgespräch im kleinen Kurhaussaal, in dem geklärt wird, ob überhaupt Blut gespendet werden darf oder ob eine Rückstellung aus medizinischen Gründen geboten ist: wegen Erkältung, einer bestimmten Medikamenteneinnahme, Endoskopie-Untersuchung oder eines Auslandsaufenthalts in einer Malaria-Region.

Wenn der Arzt sein Okay gibt, geht es zur Entnahmeliege und zum Pieks in die Ellenbeuge, wo aus einer Vene 500 Milliliter Blut in einen Beutel fließt. Anschließend begleiten DRK-Helferinnen den Spender für circa zehn Minuten im Ruhebereich. Dort und bei anschließendem Essen und Trinken ist der Spender noch einige Zeit unter Beobachtung, ob der Kreislauf stabil bleibt.

Blut spenden kann man ab der Volljährigkeit, also ab dem 18. Geburtstag, und bis zum 73 Lebensjahr. Wolfgang Dieing ist als Mediziner davon überzeugt, dass durch die Blutspende im Älterwerden die körpereigene Blutbildung angeregt wird, ein Prozess der Erneuerung des „inneren Milieus“ in Gang kommt – gar ein persönlicher Nutzen für die Spender.

Am Donnerstag wollten 306 Isnyer spenden, 24 mussten aus medizinischen Gründen zurückgestellt werden. Die DRK-Blutzentrale Ulm konnte 282 Blutkonserven mitnehmen, darunter 26 von Erstspendern.

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