Wo die ehemaligen Jungstörche abgeblieben sind

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Storch Civale in Rankweil.
Storch Civale in Rankweil. (Foto: Ulrike Maruszczak)
Schwäbische Zeitung

Fast der komplette “harte Kern” der aktuellen Isnyer Storchengemeinde hat sich nach Angaben von Ulrike Maruszczak in dieser Woche im Rotmoos getroffen. Schmiedeten sie etwa Pläne für die Abreise ins Winterquartier? Oder tüftelten sie an einer Überlebensstrategie für den bevorstehenden Winter in Isny? Zum “harten Kern” der Störche gehören Paul und die 18-jährige Storchendame Julia vom Eichennest beim ehemaligen Ochsenkeller, der fünfjährige Finn und seine Finja vom Kastaniennest bei der Post und der siebenjährige Schweizer Urs mit seiner Partnerin Ursula vom Rathausnest.

Und wo sind die anderen Störche geblieben, die im Frühjahr eine ganze Weile in Isny lebten? Zeitweise lebten 23 Störche in Isny, nicht alle hatten Erfolg beim Nestbau – sie zogen deshalb weiter. Sieben Storchenpaare blieben und brüteten, und so schlüpften heuer insgesamt 15 Jungstörche aus den Eiern. Leider überlebten durch das nasse und kalte Wetter im Mai und Juni lediglich zwei kleine Störche – der Nachwuchs von Toni und Antonia aus dem Lindennest auf dem Festplatz. Die neu zugezogenen Storchenpaare, die kein Glück mit ihrem Nachwuchs hatten, blieben nicht in Isny und zogen ebenfalls weiter. Aufregung gab’s um Jungstorch Nino, der am 11. Juli nach einem missglückten Jungfernflug tierärztlich behandelt werden musste und dann zur weiteren Pflege vom Storchenteam in die Storchenstation auf dem Affenberg bei Salem gebracht wurde. Nino hat sich dort gut erholt und konnte zum Glück bereits am 31.7. in die Freiheit entlassen werden. Sein Geschwisterstorch Floh blieb bis Anfang September mit seinen Eltern in Isny. Die kleine Storchenfamilie hat inzwischen die Reise ins Winterquartier angetreten.

Bestimmt fragt sich so mancher Isnyer Storchenfreund, wo die ehemaligen Jungstörche gelandet sind. Erfreulicherweise liegen einige Fundmeldungen gebürtiger Isnyer Rotbeine vor, ihre Ringnummern konnten abgelesen und sie somit identifiziert werden. Die Fundmeldungen der Störche aus ganz Oberschwaben sind auf der Storchenseite von Ute Reinhard, der Weißstorchbeauftragten des Landes Baden Württemberg, zu finden (www.stoerche-oberschwaben.de). Die Fundmeldungen in der nachfolgenden Aufstellung stammen zum Teil aus dieser Liste, teilweise sind aber auch eigene Beobachtungen dabei, erklärt Maruszczak.

Interessanter Überblick

Max, geboren 2003, Sohn von Romeo und Julia, hat es in östliche Regionen verschlagen. Er wurde mehrmals in Saxen/Österreich beobachtet, ist in Ceske Budejovice/ Tschechien als Brutstorch aktiv, verbrachte den Winter auch mal in Komárom/Ungarn.

Felix, geb. 2004, Sohn von Romeo und Julia, kam als zweijähringer Jungstorch wieder zurück an seinen Geburtsort, wurde in Isny und in Wangen abgelesen, bevor er sich in Aulendorf als Brutstorch niederließ. Im Winter wurde er einmal in Orne/Frankreich beobachtet.

Fiffi, geb. 2009, Sohn von Romeo und Julia, steht wohl eher nicht auf Langstreckenflüge. Er wurde in Loisach/Oberbayern gesichtet und auch mal im Steyr/Land in Oberösterreich. Bekannt wurde Fiffi allerdings als Brutstorch in Forstinning östlich von München, wo er mit verschiedenen Partnerinnen für Nachwuchs sorgte. Zur Winterzeit wurde Fiffi in mehreren Jahren immer wieder in Böhringen, in der Nähe von Radolfzell, beobachtet.

Angelo, geb. 2009, Fiffis Geschwisterstorch, wurde in Vaud in der Schweiz abgelesen, war in Marbach/Sigmaringen und danach zwei Jahre lang in Herbrechtingen als Brutstorch tätig. Interessanterweise suchte auch er (wie sein Bruder Fiffi) im Winter in Böhringen nach Futter. Leider wurde Angelo 2014 tot an der Rhonemündung aufgefunden.

Nic, geb. 2011, kam bei seiner ersten großen Reise leider nicht sehr weit, er wurde bei St. Gallen tot aufgefunden,

Finn, geb. 2011, Nics Geschwisterstorch (natürlich ebenfalls ein Sohn von Romeo und Julia) kennen hier alle. Er kehrte 2013 mit rosarot gefärbtem Gefieder in seine Geburtsstadt zurück, baute sich mit seiner gleichaltrigen Saulgauer Partnerin das Kastaniennest bei der Post und ist dort seitdem jedes Jahr als Brutstorch tätig. Das Storchenpaar konnte bisher fünf Jungstörche erfolgreich großziehen. Im Winter wurde Finn schon mal in Markdorf und ebenfalls in Böhringen entdeckt.

Timmi, geb. 2014, Storchenkind von Finn und Finja, hat auch die östliche Richtung eingeschlagen und wurde 2015 in Hörsching in Oberösterreich beobachtet.

Civale, geb. 2012, Tochter von Romeo und Julia, startete seinerzeit mit verletzten Bein zu ihrer ersten großen Reise ins Winterquartier. Ihre ersten beiden Lebensjahre verbrachte Civale in Spanien und wurde in Barcelona und Almagro abgelesen. 2014 zog es sie wieder in nördlichere Regionen. Mit dem Schweizer Storchenmännchen Rudi aus Uznach ließ sie sich in Rankweil/Vorarlberg nieder. Dort brüteten die beiden bis jetzt jedes Jahr in ihrem Storchennest in malerischer Umgebung.

Maxim, geb. 2014, Storchenkind von Paul und Pauline (Eichennest beim ehemaligen Ochsenkeller) wurde im August 2015 in einem Storchentrupp bei Bad Waldsee entdeckt

Franzi, geb. 2015, Storchenkind von Paul und Julia (Eichennest beim ehemaligen Ochsenkeller) kehrte dieses Jahr im April an ihren/seinen Geburtsort zurück und konnte mehrere Tage lang auf einem Baum auf dem Festplatz beobachtet werden.

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