Wie ein Auftakt zum 100-Jährigen

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 Mit über zahnjähriger Erfahrung hat Rainer Magenreuter keine Mühe, den Zapfhahn ins Fass zu klopfen.
Mit über zahnjähriger Erfahrung hat Rainer Magenreuter keine Mühe, den Zapfhahn ins Fass zu klopfen. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Für Freunde des guten Bieres und der Blasmusik scheint der Jahrgangsbieranstich etwas besonderes zu sein, geradezu ein Festtag. Auf dem Brauereifestwagen der Familienbrauerei Stolz sitzen die Tettnanger Hopfenhohheiten, Königin Teresa Locher, die beiden Hopfenprinzessinnen Lene Heilig und Kathrin Arnegger mit den beiden Stolz-Enkeltöchtern Johanna und Veronika, auf dem Bulldog Peter Zengerle mit Bürgermeister Rainer Magenreuter. Vorneweg die Musikkapelle Kreuzthal mit der Brauereifamilie Hans und Regina Stolz und Sohn Johannes mit Ehefrau Tanja. So zog der Festkonvoi – „weil von unten feucht und von oben kühl“ – dieses Jahr statt in den Kurpark ins Kurhaus zum Fassanstich.

Gutes Miteinander

Magenreuter kam die Begrüßung der vielen Gäste aus „nah und fern“ zu. Die Kreuzthaler Musikkapelle sei etwas ganz besonderes, so verriet der Bürgermeister, weil die Musiker aus zwei verschiedenen Ortschaften stammen, jeweils zugehörig zu zwei verschiedenen Gemeinden, zu verschiedenen Landkreisen und zu zwei Bundesländern, nämlich zu Baden-Württemberg und zu Bayern. Diese Musikkapelle stehe modellhaft für ein gutes, grenzüberschreitendes Miteinander. Ein gutes Miteinander von Einheimischen und von Urlaubsgästen wünschte der Bürgermeister auch für dieses Sommerabendkonzert und ging davon aus, dass sein Fassanstich gelingt.

Besonderes Brauverfahren

Juniorchef Johannes Stolz fand passende Worte für die Hopfenhoheiten aus Tettnang, die sozusagen für die hohe Qualität der Tettnanger Hopfen stehen und letztendlich auch für das hervorragende Bier aus dem Hause Stolz. Seniorchef Hans Stolz erklärte das besondere Brauverfahren dieses durch vier Monate in kühler Lagerung ausgereiften Starkbiers. Es wurde am Tag des Deutschen Reinheitsgebotes, am 23. April im Sudhaus angebraut mit 15,6 Prozent Stammwürze. Bestandteile seien nach uralter Rezeptur ausschließlich Gerstenmalz, Tettnanger Hopfen, Wasser und Hefe. Nach fünf Tagen Hauptgärung im Gärkeller lagere es durch vier Monate in Lagertanks bei tiefen Temperaturen nahe null Grad zur Nachreifung. Durch die hohen Malzanteil und die lange Lagerzeit liege der Alkoholgehalt bei knapp sechs Prozent. Ende Juni hätten die 23 Bierpaten bei der Zwickelprobe das Bier probiert und es für sehr gut befunden, sodass man jetzt dieses besonders schmackhafte Bier gerne freigeben könne, insgesamt 6300 Liter. Nach über zehn Jahren Übung darin hatte Magenreuter keine Mühe, den Zapfhahn ins Fass zu setzen. Den Hopfenhoheiten aus Tettnang und den 23 Bierpaten wurden zu zünftiger Kreuzthaler Blasmusik das erste Bier eingeschenkt – ein Freibier.

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