Welche Rolle Isny während der Reformation spielte

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Claudia Schmid bei ihrer Lesung aus „Die Feuerschreiber“ in der Igel-Buchhandlung.
Claudia Schmid bei ihrer Lesung aus „Die Feuerschreiber“ in der Igel-Buchhandlung. (Foto: PR)
Schwäbische Zeitung

In der Igel-Buchhandlung hat die Autorin Claudia Schmid vor einem erlesenen kleinen Kreis Isnyer Literaturfreunde aus ihrem neuen historischen Roman „Die Feuerschreiber" vorgelesen, der sich mit den Vätern der Reformation, Martin Luther und Philipp Melanchthon, beschäftigt - ein Kapitel widmet die Autorin der mittelalterlichen Reichsstadt Isny.

Die Autorin Claudia Schmid kam am letzten Oktobersamstag nach Isny, direkt von der Frankfurter Buchmesse, wo sie mit großem Erfolg ihr neuestes Werk einem breiten internationalen Publikum vorgestellt hatte. Die Recherche, das Schreiben und die Arbeit am Manuskript des 350-seitigen Werkes nahmen zweieinhalb Jahre in Anspruch. Jetzt sei sie stolz, sagte sie, dass das Buch rechtzeitig zum 500-jährigen Lutherjahr 2017 aus dem Druck kam.

Spannend und lebendig das Bild einer Epoche gezeichnet

Schmid schildert eine spannende Zeitreise in die Reformation, die Zeit Martin Luthers. Statt einer Biografie wählte sie den Roman, aber gespickt mit gut recherchierten tatsächlichen Begebenheiten, mit Fakten und detaillierten Beschreibungen der Zeit des Umbruchs im Mittelalter. Die Autorin verstand es, spannend und lebendig das Bild einer Epoche zu zeichnen, die neben der Reformation und zahlreichen wissenschaftlichen Entdeckungen vom Bauernkrieg und von politischen Spannungen in Europa geprägt war.

Im Mittelpunkt des Romans stehen die Väter der Reformation, Martin Luther und Philipp Melanchthon. Sie beschreibt, wie es Philipp Melanchthon, Professor der Wittenberger Leucorea, fertig brachte, seinen Freund Martin Luther während dessen Zeit auf der Wartburg zur Übersetzung des Neuen Testaments anzuregen.

Ein Kapitel widmete die Autorin der mittelalterlichen Reichsstadt Isny. „Isny spielte im Rahmen der Reformation eine wichtige Rolle“, betont Claudia Schmid. „In meinem Buch erwähne ich daher ausdrücklich Isny. Nicht nur Luther und Melanchthon waren es, welche die Reformation flächendeckend vorantrieben. Es waren mit ihnen viele Freunde und Gelehrte. Einer davon, Paul Fagius, der die Auslegung des Alten Testaments lehrte, errichtete in Isny gemeinsam mit Elijah Levita die erste hebräische Druckerei im deutschen Sprachraum. Er brachte das hebräisch-lateinisch-deutsche Wörterbuch „Shemot-Devarim“ heraus. Dieses Wörterbuch, wie auch allgemein der Buchdruck, hatten seinerzeit einen wesentlichen Einfluss auf die Verbreitung des Wissens, vergleichbar mit der heutigen Verbreitung über das Internet".

Claudia Schmid fügt hinzu: „Isny habe ich in mein Herz geschlossen. Mein Ehemann stammt aus Isny und in der Nikolaikirche wurden wir getraut. In deren Turm befindet sich ja ein kostbares Kleinod, die Prädikantenbibliothek, die ich gerne aufgesucht habe.“

Die Zuhörer waren von den Erzählungen gefesselt. Am Schluss gab die Autorin geduldig Antwort auf viele Fragen und signierte ihre Bücher.

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