Warnstreik bei Druckerei Walcker führt zu schnellem Ergebnis

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Bereit für ihre Forderungen einzustehen: Mitarbeiter der Druckerei Walcker.
Bereit für ihre Forderungen einzustehen: Mitarbeiter der Druckerei Walcker. (Foto: Jeanette Löschberger)
Jeanette Löschberger

Sichtlich aufgebrachte Arbeiter streikten am Montag vor dem Eingang der Rollenoffsetdruckerei. Ein Gespräch mit Verdi-Vertreter Siegfried Heim brachte einen raschen Kompromiss.

Nachdem die gewerblichen Mitarbeiter am Vormittag ihre Lohnabrechnung erhalten hatten, auf der nur 33 statt der vereinbarten 35,5 Stunden abgerechnet wurden, war es genug. „Wir sind fest entschlossen, wenigstens unsere Mindestforderung zu erhalten“, sagt Günther Scholze, einer der Mitarbeiter in der Druckerei. Im Dezember habe es zum wiederholten Male eine Absprache mit Geschäftsführer Thomas Schön gegeben, die dieser aber nicht mehr eingehalten hatte. Demnach ist im Haustarifvertrag eine Arbeitszeit von 38,5 Stunden vereinbart, bezahlt werden jedoch nur 35 Stunden. Begründet wird dies von Seiten der Geschäftsleitung mit einer schlechten Prognose. „Schon seit Jahren verzichten wir auf Lohnleistungen in Form von, Weihnachts- oder Urlaubsgeld und unbezahlten Stunden. Unter Androhung von Maschinenstilllegungen und Personalkonsequenzen wurde diese Maßnahme erzwungen. Nachdem das Unternehmen aber seit Jahren hohe Gewinne erwirtschaftet, werden wir dies nicht mehr hinnehmen“, ist aus der Presseerklärung der Arbeitnehmer zu entnehmen. Zudem zehre das Schichtmodell über sechs Tage von Sonntag 22 Uhr bis Samstag 22 Uhr an der Gesundheit, die wöchentliche Erholung und das soziale Umfeld seien stark beeinträchtigt. Rund 80 Prozent der gewerblichen Mitarbeiter von Walcker Offsetdruck sind in der Gewerkschaft organisiert.

Verdi-Vertreter Siegfried Heim, Baden-Württembergischer Landesfachbereichsleiter für Medien, Kunst und Industrie kommt nach einer Verhandlung mit Schön mit guten Nachrichten nach draußen zu den Streikenden „Es gibt ein Ergebnis“, verkündet er. Die Geschäftsleitung habe der Fortführung der 38,5-Stunden-Regelung ab 1. April zugestimmt. Die Vereinbarung werde schriftlich gefasst und ist bis September gültig. „Wir verzichten weiterhin auf die Bezahlung von 3,5 Stunden, aber nicht von 5,5 Stunden“, bemerkt Scholze.

Rückzug ins Streiklokal

Nach Verkündung der Gesprächsergebnisse zogen sich die Streikenden zusammen mit Heim in das Streiklokal zurück. Ab dem Abend solle die Spätschicht wieder laufen, heißt es.

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