Wachsende Hürden für Offroad-Strecke

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 Ob „Land Rover Experience“ im Wald auf dem Bühlberg im Isnyer Norden einen Geschicklichkeits-Parcours für Geländefahrzeuge bau
Ob „Land Rover Experience“ im Wald auf dem Bühlberg im Isnyer Norden einen Geschicklichkeits-Parcours für Geländefahrzeuge bauen kann, ist seit dieser Woche fraglicher denn je, die Stadt und der potenzielle Investor suchen inzwischen nach Alternativen. (Foto: Archiv: Heinz Mauch)

Über viereinhalb Jahre sind vergangen, seit die Firma „Land Rover Experience“ mit der Anfrage bei der Stadt Isny vorstellig geworden war, ob im Wald auf dem Bühlberg nördlich des Gewerbegebiets am Achener Weg eine Offroad-Schulungsstrecke mit Hindernissen für Geländefahrzeuge denkbar wäre. Der Gemeinderat stand dem Vorhaben mehrheitlich positiv gegenüber, die Stadtverwaltung stieg in die baurechtliche Planung ein. Seit Anfang der Woche steht nun fest: So schnell wird der Geschicklichkeits-Parcours nicht kommen – wenn das Tochterunternehmen des britischen Fahrzeugherstellers die Pläne überhaupt noch weiterverfolgt.

Elf Seiten umfasst eine Stellungnahme des Stuttgarter Wirtschaftsministeriums, formuliert „im Einvernehmen mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz“. Sie führt vor allem baurechtliche Bedenken ins Feld.

Der Schriftsatz, der der „Schwäbischen Zeitung“ vorliegt, ist adressiert an die Vorsitzende des Petitionsausschusses im baden-württembergischen Landtag. Und diesem Gremium liegt wiederum seit über einem Jahr eine Petition vor, mit der sich die „Interessensgemeinschaft (IG) Bühlberg“ um die Isnyer Hedi Hahn, Daphne Kerber und Antimos Toupheksis gegen die „Land Rover Experience“-Strecke gewandt haben.

„Ich hoffe, dass das gegessen ist“, kommentierte Hedi Hahn das ministerielle Schreiben gestern in einer ersten Reaktion. Denn die Möglichkeit weiterer baurechtlicher Prüfungen bleibt offen, „Land Rover Experience“ könnte das Vorhaben weiter verfolgen. Ob dies der Fall ist, war gestern nicht zu erfahren, Geschäftsführer Lutz Rathmann war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Isnys Bauamtsleiter Claus Fehr wies im Gespräch mit der SZ darauf hin, dass die elf Seiten noch keine endgültige Antwort auf die Petition der „IG Bühlberg“ darstellen. Nach über einem Jahr, den der Widerspruch nun schon in Stuttgart liegt, ein eigentlich untragbarer Zustand – für beide Seiten, den potenziellen Investor und die Stadtplaner ebenso wie für die Gegner, betonte Fehr.

Petra Krebs, die hiesige Grünen-Landtagsabgeordnete und Mitglied im Petitionsausschuss, wertete das ministerielle Schreiben wie folgt: „Nachdem die Stellungnahme von allen betroffenen Ministerien vorliegt, zeigt sich, dass das Vorhaben von Land Rover Experience am Bühlberg doch erhebliche Mängel aufweist. So wird nicht nur bezweifelt, dass eine Erlaubnis nach Landschaftsschutzgebietsverordnung erteilt werden kann und gleichzeitig die Belange des Forst erheblich betroffen sind. Vor allem was baurechtliche Vorschriften im Außenbereich betrifft, kann das Vorhaben, so wie es bei Eingabe der Petition vorlag, nicht stattgegeben werden. Diese Petition ist also insofern erfolgreich, als dass bislang keine Baugenehmigung erteilt werden kann. Das wichtige Instrument der Petition konnte hier erreichen, dass eine nochmalige ’gründliche Überprüfung’ stattgefunden hat und erfolgreich war.“

„Der Bühlberg sieht kritisch aus“, kommentierte Bauamtschef Fehr weiter den derzeitigen Stand, die Stadt wolle „deshalb Prüfungen von Alternativen vornehmen“. Mit einer ersten hat sich der Gemeinderat von Gestratz befasst: Wie „Der Westallgäuer“ am 29. September berichtete, war der Stoffelswald zwischen Dorenwaid, Schweineburg und Brugg in den Fokus geraten. Er gehört überwiegend der Stadt Isny, liegt aber auf Gestratzer Flur. Geschäftsführer Rathmann sah sich laut Bericht im Rat der bayerischen Nachbargemeinde jedoch so viel „Gegenwind“ ausgesetzt, dass er „nach halbstündiger Diskussion“ aufgegeben habe.

An der Sitzung in Gestratz nahm auch Rainer Magenreuter teil. Der „Westallgäuer“ zitiert den Isnyer Bürgermeister dahingehend, „ein Einspruch der zuständigen Forstbehörde sei unerwartet erfolgt“ und habe allem widersprochen, „was vereinbart war“.

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