"Von Wegen Lisbeth" elektrisiert das Isnyer Festivalpublikum

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 Waren nicht nur wegen der Freigetränke hier: „Von wegen Lisbeth“ aus Berlin spielten in Isny ihr längstes Konzert.
Waren nicht nur wegen der Freigetränke hier: „Von wegen Lisbeth“ aus Berlin spielten in Isny ihr längstes Konzert. (Foto: Matthias Hagmann)
jl und Jeanette Löschberger

Keine Frage, das Isnyer Theaterfestivalpublikum liebt die Hauptstadtmusik von „Von wegen Lisbeth“. Auch wenn Frontmann Matthias Rohde gesteht: „Vor ein paar Tagen wussten wir nicht mal wo Isny liegt“. Es ist der tägliche Wahnsinn und die Belanglosigkeiten des Alltags in den Texten, in denen sich offensichtlich jeder wiederfindet. Denn mitgesungen, gesprungen und Hände nach oben gab es von Anfang an. Während des Konzerts bildete sich sogar ein Pogo-Kreis vor der Bühne – sehr zur Freude der Musiker. Die Support-Band „Panda Lux“ spielte vor fast vollem Zelt eine Stunde Musik, die gut ins Ohr und Tanzbein ging.

Junges Publikum kennt sich aus

Das erste Album „Grande“ der Berliner Band, brachte nach einer Zeit als Supportband für „AnnenMayKantereit“ und „Element of Crime“ den großen Durchbruch. Diese Einflüsse prägten die Band, gut zu erkennen bei den älteren Stücken wie „Sushi“ oder „Chérie“. Das Album war das Sprungbrett für eine Bekanntheit außerhalb der Hauptstadt und die fünf Musiker haben sich zusammen in das Deutschpop-Haifischbecken begeben.

Die Ankündigung des Sängers „Heute spielen wir das längste Konzert in Isny“, ruft Begeisterung hervor. „Das kann ich leicht sagen, denn es ist ja unser erstes hier“, schränkt Rohde gleich ein. Und dann geht es eineinhalb Stunden Schlag auf Schlag, bei dem es nur noch Wenige auf den Bänken hielt. Der Großteil des eher jungen Publikums im Festivalzelt kannte das im Mai 2019 erschienene Album „sweetlilly93@hotmail.com“, das fast komplett gespielt wurde.

Von Punk und Ska zu Deutsch-Pop

Die „Lisbeths“ kennen sich schon sei ihrer Schulzeit und begannen damals gemeinsam Musik zu machen. Unter anderem als „Harry Hurtig“ spielten sie Punk und Ska. Skurrile Instrumente mussten es damals schon sein – denn zur Selbstfindung gehört ja auch Experimentieren. So etwa das rote Omnichord, mit dem Rohde durch das Drücken von Knöpfen Akkorde einspielte, die entfernt an gitarrenähnliche Töne erinnerten. Auch Synthesizer und anderes aufwändiges technische Equipment formen den musikalisch exquisiten Stil. Allerdings uniformierten diese Geräte auch die Stücke. Inzwischen brauchen die Musiker für eine Tour sogar einen riesigen Truck, der die ganze Technik beinhaltet und eine fast 20-köpfige Crew sorgt für den reibungslosen Ablauf.

Nach drei Zugaben und „Wir sind nur wegen der Freigetränke hier“ verabschieden sich Robert Tischer, Julian Hölting, Doz und Julian Zschäbitz und Mathias Rohde schweißgebadet und bester Laune für den Rest ihrer Tour.

 Die Supportband „Panda Lux“ kommt aus der Schweiz.
Die Supportband „Panda Lux“ kommt aus der Schweiz. (Foto: Matthias Hagmann)

Auch bei „Panda Lux“ aus der Schweiz vom Bodensee, die im letzten Jahr die EP „Zoo“ herausgebracht haben, ist der Wortwitz bei ihren Songtexten allgegenwärtig. Wie bei ihrem Hit „Bar Franca“: „Franca heiz den Ofen ein, für die Pizza die innen noch gefroren ist“. Mit ihrem Indie-Pop heizen sie dem Festivalpublikum kräftig ein, und das alles in feinstem Hochdeutsch mit kräftigem Gitarrensound. Man darf gespannt sein, was von den vier Jungs noch kommt, ein neues Album ist schon in Planung.

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