Voltigierer in Bestform

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 Frieda Biesinger (links) und Lia Müller
Frieda Biesinger (links) und Lia Müller (Foto: Stefanie Böck)
Schwäbische Zeitung

Kunstturnen im Galopp: Am Wochenende starteten Oberschwabens beste Voltigierer in Ratzenhofen in der neuen Reithalle des Reit- und Fahrvereins Isny-Rohrdorf. „Eine sehr beeindruckende Veranstaltung“, urteilte der neue Vorsitzende des Pferdesportkreises, Werner Elbs.

Elbs bekam die ganze Bandbreite der Kombinationen und Leistungsniveaus zu sehen: Mannschaften im Dreieraufbau im Galopp in fünf Metern Höhe, die zur Kürmusik atemberaubende Sprünge und beeindruckende Aspekte des Mannschaftssports zeigten. Einzelstarter, die in 60 Sekunden ästhetische Choreographien und Aufsprünge in perfektem Zusammenspiel vom Pferd und Mensch passend zur Musik präsentierten. Zweierteams im Doppel mit passenden Kostümen und bewegender Filmmusik.

Höhepunkt waren aber unbestritten die Allerkleinsten: In noch etwas zu großen Anzügen zeigten sie im Schritt auf dem Pferderücken, was Disziplin und Konzentration und eine Portion Mut ausmacht. Für die schon recht komplizierte Kürabfolge mit Hebefiguren und Absprüngen im Schritt gab’s in der Siegerehrung die größte Überraschung des Turniers: Die Isnyer Minis gewannen die Prüfung auf Haflinger Nando – mit Startern, die zum Teil noch nicht mal in der Schule sind. „Die waren wirklich noch sehr klein, aber alle Isnyer zeigten eine so unglaubliche Körperspannung“, sagte Richterin und Ausbilderin Ingrid Hofer. Die wohl erfahrenste Ausbilderin der Region war mit dem Niveau sehr zufrieden: Die Starter aus Baden-Württemberg (bis aus Leonberg) und aus Bayern (bis aus Freising) kamen unfallfrei durch alle Prüfungen und zeigten einen „sehr ordentlichen und erfreulichen Leistungsstand“.

Leider konnten viele direkte Nachbarn bei dem Turnier im Allgäu nicht starten: „Im Moment sind viele Teammitglieder verletzt. Es ist wie verhext“, berichtete Kristin Rösch, Voltigierbeaufttragte des Pferdesportkreises Oberschwaben. Die Isnyer Turniergruppe sei da keine Ausnahme. Die Veranstalter, die im letzten Jahr erst eine Klasse aufgestiegen sind, pflegen seit einem Jahr das am Bein verletzte Pferd Rubinca. Zuerst sah es so aus, als könne die Mannschaft gar nicht starten. Die Reitgemeinschaft Kimratshofen stellte dem geknickten Team ihr Voltigierpferd „Alexej“ zur Verfügung. Echte Kameradschaft. Denn: „Wer ein Pferd hat weiß, was das bedeutet“, sagt die Abteilungsleiterin Voltigieren des Isnyer Reit- und Fahrvereins. „Ein Voltigierpferd auszubilden dauert mindestens zwei Jahre. Wer ein gesundes Pferd hat, versucht das Verletzungsrisiko so gut wie möglich zu minimieren.“ Jeder Transport und jeder Start ist wohl überlegt. Kimratshofen hat es trotzdem gemacht. Mit einem einzigen Training auf dem Leihpferd im Vorfeld und neuen Pflichtübungen traten die fünf jungen Damen aus Isny an. Das Ergebnis: eine sehr gute Note, ein vierter Platz und fünf zufriedene Gesichter. Die dritte Mannschaft aus Isny startete am Sonntag in einer Prüfung in der kompliziert Gangart Trab. Am Ende holten sie einen dritten Platz mit einer Wertnote von 5,316 Punkten. „Eine unglaubliche Steigerung zum letzten Turnier“, zeigten sich die Trainerinnen Sabine Waselowski und Anne Weber zufrieden.

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