Vollgas-Brass und Stadtkapelle spielen den Frühling ins Kurhaus

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Vollgas-Brass war beim Frühlingskonzert immer zu Späßen aufgelegt. (Foto: rau)
Redaktionsleiter

Schottenrock und Kuhfellholzschuh, swingende Klarinetten und ein Tubabär – so vielseitig wie die Kleidung ist auch die Musik beim Frühlingskonzert in Isny gewesen. Mit ihrem Gemeinschaftskonzert „…mit Unterhaltung in den Frühling“ haben Vollgas-Brass und Stadtkapelle Isny gutgelaunt den Winter endgültig hinweg gespielt.

Die in der Ankündigung versprochene Reise von Stockholm nach St.Louis lockte viele, und so spielten die beiden Kapellen vor vollem Saal. Stadtmusikdirektor Thomas Herz führte die Besucher auf einen musikalischen Spaziergang auf zwei Kontinenten, der den Ohren wohltat. Dass auf Konzertbestuhlung verzichtet worden war, und das Kurhausteam bewirtete, betonte den Charakter als Unterhaltungsabend. Dass sich lockere Atmosphäre und anspruchsvolle Blasmusik nicht ausschließen, war bei Stadtkapelle und Vollgas-Brass zu erwarten.

Schon der Einstieg durch die Stadtkapelle mit „Kings of Swing“ und einem entfesselten Simon Fuchs an den swingenden Drums riss gleich mit und brachte das Publikum auf Betriebstemperatur. Vollgas-Brass mit ihrem Spielleiter Rafael Ohmayer ließ diese mit einem Stück von Mnozil Brass gleich noch um ein paar Grade steigen. Mit jedem Stück schien sich bei den Musikern der beiden Formationen der Spaß am Spiel noch zu steigern.

Frühlingslust vermittelte die Musik genauso wie Ohmayer und Herz selbst. Die beiden Dirigenten moderierten mit Witz und Pfeffer. Hatte die Stadtkapelle mit Fuciks „Einzug der Gladiatoren“, ein Stück, das als Zirkusmusik berühmt wurde, die Arena bereitet, so ließen Vollgas-Brass später bei „The Lion sleeps tonight“ sogar Löwen und Affen los. Der Bär groovte beim gleichnamigen Stück von Alois Eberl. Die aus der Westernserie Bonanza bekannte Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ verlegten die sieben ausgelassenen Musiker auf die Alm – mit Jodeln, Muhen und Gegacker. Begeisterung weckten sie mit „Highland Cathedral“, zu dem sie – angeführt von Ohmayer mit Dudelsack und im Schottenrock – in den Saal marschierten. Und wenn es sein musste, wurde das Mundstück bei Vollgas-Brass schon mal zum Schlagwerk. Unkonventionell – aber musikalisch immer sauber.

Leichtigkeit fürs Publikum

Mit außermusikalischen Späßen tat sich die große Stadtkapelle naturgemäß etwas schwerer, die angesagte Leichtigkeit des Spiels übertrug sich dennoch aufs Publikum. Mit dem schwungvollen „Saxophoning“ von di Ghisallo wurden die Seelen der Stadtkapellen-Saxophonisten gestreichelt und der „St. Louis Blues“ vermittelte satten Big-Band-Sound im Isnyer Kurhaus. Dass der Stadtkapelle am Ende die Zugaben ausgingen, zeigt, wie sehr die Zuhörer das etwas andere Konzert genossen haben.

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