Virtuoser Tastenzauber mit kreativ-sympatischer Raffinesse

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 Stephan Weh aus Bad Grönenbach und Marcel Dorn aus Kempten begeisterten die 400 Konzertbesucher im Isyner Kurhaus.
Stephan Weh aus Bad Grönenbach und Marcel Dorn aus Kempten begeisterten die 400 Konzertbesucher im Isyner Kurhaus. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

„Ein fantastisches Konzerterlebnis am letzten Tag des Jahrzehnts“, so war es in der Ankündigung versprochen worden. Ausgefallene, vierhändige Arrangements mit einer gehörigen Portion Humor und Witz sind es geworden.

Stephan Weh aus Bad Grönenbach und Marcel Dorn aus Kempten haben eine klassische Klavierausbildung absolviert und den „Rest“ hätten sie sich autodidaktisch beigebracht, so ist von ihnen zu erfahren. Und die beiden brillanten Konzertpianisten sind auch charmante Entertainer. Sie würzen ihre Highlights aus Klassik, Film, Pop, Jazz, Blues und Tango mit einer erfrischenden Prise Wortwitz, Gesang, Tanz, Grimassen und Faxen, ohne einen einzigen Griff in die untere Schublade – und mit Bildern von ihren Reisen zig-mal um den Globus als Musiker auf Kreuzfahrtschiffen und hundertfachen Auftritten in den großen Konzertsälen Asiens, Lateinamerikas, Afrikas und Europas.

Dezente Lichteffekte

Weißes Hemd, feiner, schwarzer Zwirn, schwarz-weiße englische Lackschuhe, der Bösendorfer Flügel mitten auf der Kurhausbühne. Eine Kamera, die die Tastatur auf die Leinwand hinter dem Flügel zeigt. Dezente Lichteffekte dürfen nicht fehlen. Wenn dann die virtuose Fingerakrobatik mit vier Händen und zwanzig Fingern auf 88 hochglanzpolierten Tasten zu tanzen beginnen, dann ist es im Saal entweder mucksmäuschenstill oder es tobt entfesselter Applaus.

In einer professionellen Show addiert sich alles Schlag auf Schlag zu einem fantastischen Konzerterlebnis von zweieinhalb Stunden Länge. „Pianotainment“ mit den beiden Künstlern aus dem bayerisch-schwäbischen Allgäu sind in die Top Ten ihrer Branche gewählt worden und sind neben ihren öffentlichen Auftritten rund um den Globus auch Stammkunden im Auswärtigen Amt Berlin, gelten sie doch als musikalische Botschafter Deutschlands. Württembergischen Boden scheinen sie bisher nie betreten zu haben, aber das könne sich ja noch ändern, mutmaßen die beiden bodenständigen Allgäuer Weltreisenden.

Alisa Heutmann mit dabei

Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens durfte „Für Elise“ nicht fehlen – präsentiert in zahlreichen Variationen. Wie klingt eigentlich „Happy Birthday“ auf österreichisch, spanisch, italienisch, russisch, kubanisch, argentinisch, chinesisch oder frei nach Johann Sebastian Bach? Oder gar „ein Prosit der Gemütlichkeit“, komponiert von List, Tschaikowsky, Mozart, Schubert oder Bach oder im Stil eines Boogie Woogie.

Zu einer Komposition wurde Alisa Heutmann mit ihrer Querflöte auf die Bühne gebeten. Das Ergebnis: „Alisa würden wir am liebsten gleich mitnehmen.“ Frenetischer Applaus auch für die aus Neuseeland stammende Isnyerin. Bilder von ihren Reisen im vergangenen Jahrzehnt wurden untermalt mit Melodien aus diversen Filmkompositionen und mit stehenden Ovationen der 400 Konzertbesucher endete der fulminante Silvester-Konzertabend.

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