Vereine trauern um Remig Hodrus

Lesedauer: 4 Min
Remig Hodrus ist mit 82 Jahren gestorben.
Remig Hodrus ist mit 82 Jahren gestorben. (Foto: Reit- und Fahrverein Isny-Rohrdorf)
Schwäbische Zeitung

Theaterverein, Feuerwehr, Kirchenchor, Reitverein: Der Tod von Remig Hodrus in der vergangenen Woche ist für viele Gruppen und Vereine rund um Isny ein großer Verlust. Im Alter von 82 Jahren ist der Landwirt aus Aigeltshofen bei der Arbeit im Stall verstorben. Das teilt der Reit- und Fahrverein Isny-Rohrdorf mit.

„Er hat ein Leben lang die Traditionen und Eigenschaften seines Vaters fortgeführt“, sagt Reitvereinsmitglied Bernhard Rinninger und ehemaliger Vorsitzender über seinen langjährigen Reiterkameraden, der eine besondere Hartnäckigkeit an den Tag gelegt habe, wenn es um das Zusammentrommeln von Reitern bei Festritten ging. 60 Mal nahm Hodrus selbst am Blutritt in Bad Wurzach teil. „Das erste Mal als Ministrant im Alter von zehn Jahren. Er hat nicht einen einzigen verpasst“, erzählt seine Frau Lydia. Beim Kinder- und Heimatfest sorgte das engagierte Vereinsmitglied über Jahre für einen starke Gruppe an Reitern. Häufig hielt er selbst die Standarte mit der Vereinsfahne.

„Er half immer, wenn Not am Mann war“

Privat trauern neben seiner Frau vier Kinder, acht Enkel und eine große Familie um Remig Hodrus. „Er half immer, wenn Not am Mann war“, bestätigen viele Freunde und Nachbarn. Seiner größten Leidenschaft ging er bis 2008 aktiv nach: Beim Blutritt in Bad Wurzach saß er zum letzten Mal im Sattel. Über Jahre hinweg sorgte er für die nötige Geselligkeit bei den oft zweitägigen Prozessionsritten im Umkreis von 20 Kilometern. „Er war eine Art Archiv, was Fotos, Namen und Geschichten betraf“, sagt Pressesprecherin Stefanie Böck. Noch dieses Jahr arbeitete er aktiv an der Gestaltung der Kinderfestchronik mit.

Im Jahr 2009 ernannte der Reit- und Fahrverein Isny-Rohrdorf den aktiven Turnier- und Prozessionsreiter, Kutsch- und Schlittenfahrer zum Ehrenmitglied. Vor allem sein Engagement beim Bau der ersten Reithalle im Allgäu und dem Wiederaufbau des Vereinslebens nach dem Krieg im Jahre 1968 würden bis heute Wirkung zeigen. Der Reit- und Fahrverein Isny-Rohrdorf hätten sich dank dieses Durchhaltevermögens über die Jahre zu einem beachtlichen Ausbildungs- und Turnierzentrum im Allgäu entwickelt, heißt es weiter.

Schauspielerisches Talent gezeigt

Gemeinschaft, Tradition und Geselligkeit rund um alle Hobbys habe Remig Hodrus immer im Blick gehabt. Sein schauspielerisches Talent bei der Theatergruppe Rohrdorf als lustiger Opa habe er auch in der Reitbahn gezeigt: als Dressurreiter Klaus Balkenhol in Polizeiuniform beim heiteren Nikolausreiten. „Wir wünschen uns, dass wir einiges von seiner vorbildlichen Treue zur Tradition, von der Liebe zur Natur und zu unserem Mitgeschöpf Pferd auch in die neue Zeit retten können“, sagt Bernhard Rinninger stellvertretend für alle seine Vereinskameraden und die Vorstandschaft.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen