Verbundschule weiter ohne Telefon

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Beim Abbruch von Haus C (Freifläche im Vordergrund) wurde die Telekommunikation für die Verbundschule nebenan gekappt.
Beim Abbruch von Haus C (Freifläche im Vordergrund) wurde die Telekommunikation für die Verbundschule nebenan gekappt. (Foto: sts)

Stell’ dir vor, ein neues Schuljahr beginnt, und die Schule ist weder per Telefon, noch per E-Mail erreichbar. Auch die Verbindung von den Rechnern in der Schule zu Servern der übergeordneten Behörden sind tot, etwa zum Kultusministerium in Stuttgart. Unvorstellbar? Nicht in Isny!

Bei den Abbrucharbeiten der alten Schulgebäude wurde demnach eine Kabelzuleitung beschädigt, die bisher zentral in Haus C verlief. Dort teilten sich die Telekommunikationsstränge auf, unter anderem auch ins Gebäude der Verbundschule mit Werkreal- und Realschule. Und die ist nun seit Tagen von der Außenwelt abgeschnitten (wir berichteten).

Eine Anfrage der Isnyer SZ-Redaktion vom vergangenen Diensttag wurde am Donnerstagnachmittag von Dirk Becker beantwortet. Er ist Mitarbeiter der „Group Services Corporate Communications“ bei der Deutschen Telekom AG in Bonn – was soviel bedeutet wie Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.

Becker schreibt: „Leider konnte unser Techniker die Störung bedauerlicherweise nicht beheben. Das zur Schule führende Kabel ist wohl beschädigt. Heute soll abgeklärt werden, welche Instandsetzungsmaßnahmen getroffen werden müssen. Sehr wahrscheinlich müssen Tiefbauarbeiten durchgeführt und dazu Genehmigungen eingeholt werden. Ich halte Sie auf dem Laufenden.“

Beckers Antwort leitete die SZ umgehend an Fachbereichsleiterin Anita Gösele weiter, im Isnyer Rathaus unter anderem für die Schulen zuständig. Deren Rückruf in der Redaktion erfolgte prompt: „Dass Tiefbauarbeiten nötig sind, wissen wir seit letztem Freitag, das wurde vor Ort besprochen, und wir hätten ausnahmsweise am Samstag gebaggert – nur von der Telekom kam dann niemand, was eigentlich vereinbart war.“

Deshalb versuche seither eine Firma aus Wangen, eine Notlösung zu konstruieren. „Aber es geht ja nicht nur ums Telefon, sondern auch ums Internet“, echauffierte sich Gösele.

Sie nahm dann auch Bezug auf den zweiten Abschnitt in Beckers Antwortschreiben. Dort steht: „Damit die Schule zumindest telefonisch weiter erreichbar ist, kann ein Vertreter selbiger bei unserem Kundenservice eine kostenlose Rufumleitung auf ein Mobilfunkgerät beantragen. Der Service ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 330 1000 erreichbar. Sollte die Wartezeit zu hoch sein, können die Kunden auch einen Rückrufservice vereinbaren. Dieser wird beim Anruf im Sprachmenü automatisch angeboten. Dies gilt im Übrigen für alle Kunden, die eine Störung haben“, schrieb Becker.

Bei Stadt- und Schulverwaltung war dieses Serviceangebot laut Gösele bislang nicht bekannt. Sie werde umgehend einen Mitarbeiter beauftragen, wenigstens die telefonische Erreichbarkeit der Verbundschule bis zum Schulbeginn am 10. September zu ermöglichen.

Der Versuch der SZ-Redaktion, den angeblich versäumten Samstagstermin bei der Telekom zu eruieren, schien zunächst vergeblich. Auf eine entsprechende Mail folgte erst eine automatische Abwesenheitsnotiz, Becker sei bis 10. September nicht zu erreichen. Er lese seine Nachrichten nicht und verweist an Kollegen in den Abteilungen „Vorstandskommunikation IT/T-Systems, Gesundheit, Sponsoring, Magenta Musik 360/Telekom Street Gigs“.

20 Minuten später meldete sich Becker doch noch persönlich per E-Mail. Seine Antwort: „Es gibt wie immer im Leben zwei Sichtweisen. Ich lasse das noch einmal recherchieren und melde mich so schnell wie möglich. Ich bitte die Unannehmlichkeiten der Kunden noch einmal ausdrücklich zu entschuldigen.“

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