VdK feiert 70-jähriges Bestehen

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 Der VdK feiert 70-jähriges Bestehen.
Der VdK feiert 70-jähriges Bestehen. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Die Einladung zum Jubiläums-Festakt des VdK im Kurhaus hat große Resonanz gefunden. Nahezu 100 Mitglieder des Ortsverbandes Isny und auch zahlreiche Ehrengäste aus dem Bezirksverband Südwürttemberg-Hohenzollern, aus dem Kreisverband Ravensburg und aus den umliegenden Ortsverbänden waren gekommen, um mit ihrer Anwesenheit den durch alle Zeiten unverzichtbaren „Leuchtturm“ des Sozialrechts in unserem Lande mit den Isnyern gemeinsam zu würdigen, hieß es mehrfach.

Bürgermeister Rainer Magenreuter unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des VdK in seiner gesellschaftlichen Rolle im Wandel der Zeit, vom Kriegsopferverband zum modernen Dienstleister im Sozialrecht für alle. Jürgen Neumeister vom VdK-Bezirksverband nahm die gegenwärtige deutsche Sozialpolitik mit Stellungnahmen des VdK kritisch in den Blick: Alters- und Kinderarmut, Alleinerziehende, Wohnungsnot, Obdachlosigkeit, der Niedriglohnsektor all jener Menschen, die von ihrer Hände Arbeit nicht auskömmlich leben können.

Das Jubiläum wurde würdig mitgestaltet durch musikalische Darbietungen von Musikerinnen um Christine Mulach und durch die Rolli-Tanzgruppe aus dem Stephanuswerk.

Die Vorsitzende, Hannelore Sieling, schlug in ihrer Ansprache einen weiten Bogen von der Gründungsversammlung 1948 im damaligen Gasthof Ochsen, als der „Ortsverband der Körperbehinderten, Kriegshinterbliebenen und Arbeitsinvaliden für Isny und Umland“ gegründet wurde. Auf Bezirks- und Landkreisebene habe sich ab 1950 der Verband zu recht dann „Verband der Körperbehinderten, Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentnern Deutschland e.V.“ genannt.

Die Folgen des Krieges wirkten in ungezählte Familienschicksale hinein. Sieling bedauerte, dass viele Protokolle im Laufe der Ortsgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschreddert wurden. Wahrscheinlich sei der Grund darin zu suchen, dass die streitbaren Isnyer 1997 der neuen Vorsitzenden Hannelore Sieling eine von der Vergangenheit unbelastete Zukunft bescheren wollten, vermutete Sieling scherzhaft. Einige ältere Mitglieder, die selbst noch immer auf eigene Kriegserfahrung zurückblickten, hätten wohl Zweifel gehabt an der Tauglichkeit der noch jungen NTA-Dozentin: „Die war doch gar nicht selbst im Krieg“, habe sie öfter gehört, erzählte Sieling schmunzelnd.

Seit rund 20 Jahren gehe es nun aber ruhig, friedlich, geradezu freundschaftlich zu im VdK – nur wenn nötig in der Sache auch streitbar. 2002 seien die Sprechtage für Rat suchende Mitglieder eingeführt worden, damals noch viele Kriegsopfer und -hnterbliebene. An den Sprechtagen heute gehe es hauptsächlich um abgelehnte Reha-Anträge und solche für Schwerbehindertenausweise.

In Kooperation mit dem Stadtseniorenrat würden Vorträge zum Sozialrecht und zu Gesundheitsfragen und auch kulturelle Angebote organisiert, großen Wert lege man auch auf Geselligkeit und Kameradschaft – friedvoll und konstruktiv.

Die Kernkompetenz des VdK liege im Sozialrecht. Beratung umfasse die Rechtsgebiete aller gesetzlichen Sozialversicherungen. Mitglieder werden sowohl im schwerbehinderten und sozialen Entschädigungsrecht als auch in der Grundsicherung für Arbeitssuchende und im Alter vertreten. „Hauptamtliche Juristen beraten und vertreten in Widerspruchs- und Klageverfahren vor den Sozialgerichten“, informierte Hannelore Sieling zum VdK-Service insgesamt. Was man auf Ortsebene nicht stemmen könne, werde weitergeleitet und begleitet.

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