Umweltministerin Thekla Walker informiert sich in Isny

Umweltministerin Thekla Walter war zu Gast in Isny.
Umweltministerin Thekla Walter war zu Gast in Isny. (Foto: Stadt Isny)
Schwäbische Zeitung

Die Käsküche Isny ist die erste Station beim Kreisbesuch der neuen Landes-Umweltministerin Thekla Walker gewesen. Regierungspräsident Klaus Tappeser, Landrat Harald Sievers, die Landtagabgeordneten Petra Krebs (Grüne), Raimund Haser und August Schuler (beide CDU), Vertreterinnen der Landfrauen und regionale Akteure aus der „Plenum“-Projektzeit waren bei der ersten Station ebenfalls dabei.

In ihrer Begrüßungsrede betonte die grüne Ministerin, dass in der Koalitionsvereinbarung im Mai 2021 das Angebot für die Einrichtung eines Biosphärengebietes in der Region Allgäu-Oberschwaben enthalten sei. Ob dieses Angebot wahrgenommen werde und in welcher Dimension das Biosphärengebiet eingerichtet wird, das sei Sache der Region. Aus ihrem Haus könne sie aktive Unterstützung für den Entscheidungsprozess und die Umsetzung signalisieren. Heute sei sie hier, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen und erste Gespräche zu führen.

Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter freute sich über den hochrangigen Besuch. Er sprach kurz die Überlegungen für ein Biosphärengebiet in der Region vor mehr als zehn Jahren an, die seinerzeit von der Stadt Isny koordiniert wurden. Damals sei die Zeit jedoch noch nicht reif gewesen. Danach folgte eine kurze Vorstellung der in der „Plenum“-Modellphase in den Jahren 1995 bis 2012 umgesetzten Projekte. Andreas Morlok, der damalige Regionalmanager bei, hatte die ehemaligen Projektpartner der Schlüsselprojekte eingeladen. Er zeigte sich positiv überrascht, wie viele „Plenum“-geförderte Projekte sich über zwei Jahrzehnte gehalten und weiterentwickelt haben. In einem Kurzvortrag stellten die Projektbetreiber aus dem Raum Isny, Leutkirch und Wangen ihre Projekte vor und gaben jeweils ein kurzes Statement dazu ab, welche Chancen sie bei der Ausweisung eines Biosphärengebiets in der Region sehen. Die Erwartungen sind hoch: Franz Hiemer, Gründungsmitglied der Käseküche und ÖPNV-Berater, sieht Chancen für eine Beweidung als ökologische Aufwertung von Grenzertragsstandorten samt Vermarktungsinitiative für die Weiderinder. Er sieht aber auch Hoffnung für einen Schub für den ÖPNV.

Brauereibesitzer Gottfried Härle aus Leutkirch erhofft sich als Vorsitzender des Projekts „Landzunge“ eine Stärkung der heimischen Qualitätsgastronomie und die Schaffung weiterer regionaler Marken-Produkte. Alexander Diet, Inhaber der Isnyer Käsküche, glaubt, es könnten sich neue Vermarktungsmöglichkeiten erschließen. Der Isnyer Stadtrat und Landschaftsarchitekt Erhard Bolender sieht mit dem Biosphärengebiet eine Chance für die Vernetzung der kommunalen Biodiversitätskonzepte und eine Weiterentwicklung der Gewässerkonzepte für Seen und Weiher. Claus Zengerle, Biolandwirt und Ortsvorsteher des Kurorts Neutrauchburg, wäre an einer Weiterentwicklung in Sachen Tierwohl gelegen. Er ist sich zudem sicher, dass der Gesundheitsstandort Isny vom Prädikat Biosphärengebiet profitieren würde. Dass das auch auf den Radtourismus zutrifft, davon ist Belinda Unger, die Geschäftsführerin des Zweckverbands Tourismus Württembergisches Allgäu überzeugt.

Die positive Grundstimmung für die Einrichtung eines Biosphärengebiets von erfahrenen Akteuren in Sachen Nachhaltigkeit nahm Ministerin Walker erfreut zur Kenntnis. Sie freue sich auf einen fruchtbaren Entwicklungsprozess, sagte sie.

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