Umjubelter Auftakt der Konzertreihe „Pop & Poesie“ 2019

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30 Musiker begeisterten mit „Pop und Poesie“ in der stimmungsvoll beleuchteten Kirche St. Maria.
30 Musiker begeisterten mit „Pop und Poesie“ in der stimmungsvoll beleuchteten Kirche St. Maria. (Foto: Sven Baetz)
Schwäbische Zeitung

(tku/sts/sz) - Schon bei den ersten, sanften Tönen des Stückes „Kyrie Elaison“, die in St. Maria erklingen und schon bald in eine kraftvolle, rockige Interpretation übergehen, sind die Zuhörer gebannt: „Pop & Poesie – und zwischen den Zeilen Gott“, das erste von vier Benefizkonzerten für die Hilfsaktion „Mariphil“ im Jahr 2019, knüpft nahtlos an die Ergriffenheit an, die Nachdenklichkeit, und auch die Begeisterung und Freude, mit der Organisatorin Stefanie Bauer und ihre Freunde schon vor zwei Jahren das Gotteshaus in Isny und weitere darüber hinaus erfüllt haben.

„Steffi & Friends“, insgesamt rund 30 Musiker samt Sängerin Tanja Srednik, fesseln auch mit ihrem neuen Programm eine bis zum letzten Platz besetzte Kirche. „Special Guests“ am vergangenen Sonntag sind die drei Sänger der Band „Losamol“, Thomas Schneider, Martin Folgmann und Jonathan Ettensberger.

Bauer will sich nicht auf eine Zuhörerzahl festlegen: „St. Maria hat um die 500 Sitzplätze, aber die Menschen sind auch hinten am Eingang und an den Seiten des Kirchenschiffes gestanden.“ Andere Schätzungen, die zu hören sind, gehen sogar bis zu 800 Konzertbesuchern: „So voll war die Kirche an Weihnachten zum letzten Mal, glaube ich“, sagt einer von ihnen beeindruckt.

Selbst auf den Stehplätzen verfolgen die Zuhörer das gut zweistündige Konzert bis zur letzten Minute. Die Mischung begeistert: Live-Band-Sound und der Projektchor unter der musikalischen Leitung von Wenzel Langenmayer, dazu die grandiosen Stimmen von Tanja Srednik, Stefanie Bauer und „Losamol“-Sänger Thomas Schneider – mal als Solo, mal im Duett vorgetragen, kurzweilig und emotional fürs Publikum.

„Was mich diesmal besonders bewegt hat, war, dass ich gespürt habe: Die Leute nehmen’s wahr, was wir zum Ausdruck bringen wollen, sie hören zu“, sagt Bauer nach dem Konzert, selbst tief bewegt. Das habe ihr gezeigt: „Die eineinhalb Jahre, die mein Mann Dirk und ich uns Gedanken über das Programm gemacht haben, die haben sich gelohnt.“ Sorgfältig hat sie die Songs ausgewählt, von Silbermond bis Pink, und passend dazu mit einer Bildershow hinterlegt. Die Visualisierungen geben Gedankenanstöße, sie gehen unter die Haut.

Dieses Jahr kommen Bewegtbilder dazu, Videosequenzen, die extra auf den Philippinen gedreht wurden, wo das Kinderdorf „Mariphil“ beheimatet ist und in denen eine 21-Jährige vor Ort erläutert, wo die Spendengelder eingesetzt werden, dass sie ankommen. Auch hier: Die Verbindung eines emotional-ergreifenden Vortrages mit hochkarätiger Musik für einen guten Zweck.

Dazwischen: Die Zeilen zu Gott, tiefsinnig vorgetragen und zugleich zeitgemäß transportiert von Pfarrer Stefan Ziegler, immer passend zum Thema eines Songs. Dazu wird begeistert geklatscht und in aller Stille gelauscht. Bei Herbert Grönemeyers Song „Der Weg“ sind Zuhörer zu beobachten, die verstohlen ein paar Tränen wegwischen. „Losamol“ ermutigt mit der Eigenkomposition „Leit, macht’s die Augen auf“ zu mehr Zivilcourage.

Mit ihrer Begeisterung hat die Dreifach-Mama Stephanie Bauer aus Eisenharz nicht nur die zahlreichen ehrenamtlichen Mitstreiter aus Isny und Argenbühl für das Projekt gewonnen, wie diesmal die Jungs von „Losamol“, sondern auch die Zuhörer angesteckt. Dieser „Spirit“ ist zu spüren, er strahlt von der Bühne ins Publikum, das zum Schluss die Einladung von Pfarrer Ziegler annimmt und tanzt, singt, klatscht; eine Brücke zu seinen einleitenden Worten, zum Lied „Warum tanzen wir nicht?“. Denn „schließlich haben wir eine fröhliche Religion“, sagt Ziegler.

Die Spenden, über deren Höhe Stephanie Bauer sich diese Woche freut, vergelten einen gelungenen Abend. Sie kommen nicht aus Pflichtbewusstsein, sondern mit Überzeugung.

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