„Transatlantische Geschichten“ in Isny erleben

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Sven Faller (links) und August Zirner bringen „Transatlantische Geschichten“ nach Isny.
Sven Faller (links) und August Zirner bringen „Transatlantische Geschichten“ nach Isny. (Foto: Ralf Dombrowski)
Schwäbische Zeitung

Musik und Erzähltes gibt es bei August Zirner und Sven Faller am Sonntag, 8. November, im Rahmen der Baden-Württembergischen Literaturtage. Die „Transatlantischen Geschichten“ beginnen um 15 Uhr im Refektorium im Schloss Isny. Eine Wiederholung ist für 19 Uhr vorgesehen.

August Zirner und Sven Faller verbindet ein wundersames Band biografischer Analogien, heißt es in einer Pressemitteilung des Fördervereins für Kunst und Kultur im Schloss Isny. Während der junge Amerikaner August vor dem Vietnamkrieg nach Österreich flieht – in das Land, das seine Eltern auf der Flucht vor den Nazis verlassen hatten – und dort eine Karriere als Schauspieler beginnt, zieht es den jungen Deutschen, von der amerikanischen Kultur beseelt, nach New York, um sich dort einen Namen als Musiker zu machen. Der jüdische Verlobte seiner Großmutter hatte 1938 den gleichen Weg angetreten und kehrte er mehr als 30 Jahre später zurück, um sein Eheversprechen einzulösen.

Humor und Tiefgang

Diese und andere Transatlantische Geschichten über den Mythos der deutschen Autobahn, einen deutschen Wandervogel in Hollywood und Reisen nach außen wie innen spinnen die beiden mit Humor und Tiefgang zu einem kurzweiligen Programm. Laut Ankündigung führt der spannende musikalische Dialog von Flöte und Kontrabass die Geschichten munter fort. Spielerisch belebten Zirner und Faller die Jazzgeschichte von Gershwins „Summertime“ über Duke Ellington und Miles Davis zu Brubecks „Take Five“ auf kammermusikalische Art neu.

Der Schauspieler und Grimme-Preisträger August Zirner ist einem breiten Publikum aus mehr als 120 Kino- und Fernsehfilmen vertraut, wie dem Oscar-prämierten „Die Fälscher“. Acht Jahre war er Ensemble-Mitglied der Münchner Kammerspiele. Zahlreiche Gastspiele führten an die wichtigsten deutschsprachigen Theater. Er arbeitet mit Regisseuren wie Peter Stein, Luc Bondy, Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta, Franz Xaver Bogner und Rainer Kaufmann.

Sven Faller habe sich mit seinem melodischen Stil auf dem Kontrabass international einen Namen gemacht. Viele Jahre lebte er in New York und teilte in seiner Karriere die Bühne mit namhaften Künstlern wie Larry Coryell, Konstantin Wecker, Pippo Pollina, Ulf Wakenius, Chico Freeman und Georg Ringsgwandl. Mit seinem Album „Night Music“ und dem gleichnamigen Buch habe er sich nicht nur als Komponist, sondern auch als Autor und Geschichtenerzähler etabliert.

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