Theater Rohrdorf spielt Komödie „Frei'gschperrt“

Lesedauer: 4 Min
 Sinnieren in ihrem Theaterstück über die Freiheit (von links) Christine Bihler, Heike Hengge, David Tasch, Sivia Keybach-Grimm,
Sinnieren in ihrem Theaterstück über die Freiheit (von links) Christine Bihler, Heike Hengge, David Tasch, Sivia Keybach-Grimm, Angela Baur-Pferdt, Hans Mösle, Anne Eisleb und Bianca Beschler. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Seit Mitte Oktober wird geprobt. Szene für Szene, Akt für Akt. Jede Woche zwei Mal. Bis der Text sitzt. Ab Anfang Dezember alle drei Akte am Stück, auch an zwei Tagen die Woche. „Dann wird’s anstrengend – ond sauguat“, so vermutet einer der neuen Mitspieler. Das Theater Rohrdorf kommt mit der Komödie „Frei'gschperrt“ gut voran.

Zu den Proben des dritten Aktes ist auch die Gefängniszelle zusammengeschweißt und platziert. Groß genug, dass sich auch die Gefängnisköchin, die adrette Ärztin und sogar die gestelzte Anwältin in der Zelle bei den Häftlingen verweilen können. Wenn dann noch die Ehefrauen der Häftlinge überraschend dazukommen, dann ist Leben in der Bude, genauer gesagt: hinter Gittern.

Sowohl der Duktus des Spiels als auch die brachiale Gefängniszelle verspricht beides: maximale Unterhaltung, aber auch durchaus tiefsinnige, fast philosophische Schnappschüsse. „Freiheit“ müsse doch ein relativ Ding sein, so schließen die beiden Häftlinge nach drei Jahren im Knast, wenn sie mitbekommen, wie’s draußen zugeht. „Du, mit dera Freiheit do dussa, des kasch vorgessa. Bevor du eigschperrt wora bisch, warsch du do etwa frei? Termine, Zeitdruck, Ansehen, Leistung, immer mehr, immer besser. Irgendwann isch doch des Ende dor Fahnenstange erreicht.“ Wie vielfältig Freiheit definiert werden kann zeigt „Frei’gschperrt“ – das Leben zwischen Zelle und Gefängnisküche, zwischen schrecklicher Freiheit draußen und geschützter Freiheit hinter Gittern.

Im dritten Akt sind endlich die Gitterstäbe durchgesägt. Die beiden Häftlinge seilen sich mit ihren Betttüchern ab in den Innenhof – und stehen dort vor acht Meter hohen Mauern, um wieder einmal festzustellen: Freiheit ist relativ.

In der Komödie sind engagiert: Hans Mösle, David Tasch, Herbert Schmid, Winfried Lott, Emmanuel Schwenk, Daniel Schulz, Angela Baur-Pferdt, Heike Hengge, Silvia Kahl, Silvia Keybach-Grimm, Bianca Beschler, Anna Eisleb, Christine Bihler, Helen Augsten, Gerlinde Loritz, Alexandra Sauter-King, Fritz Frick, Benedikt Walser, Heinrich Landsbeck, Tanja und Martina Schmid. Vier neue Schauspieler sind dabei.

Ab März werde jedes Jahr die neue Herausforderung gesucht, gelesen, verworfen und irgendwann steige dann weißer Rauch aus dem Kamin des Gemeinde- und Theatersaales. Dann geht’s los, die Arbeit beginnt, so erklärt Spieleiter Josef Kink. Die Einnahmen der Premiere würden dieses Jahr komplett der Bergwacht, dem DRK-Ortsverein und der Feuerwehr gespendet.

Vorstellungen sind am 26.,27., 28. Dezember je 20 Uhr, am 29. Dezember um 18 Uhr, am 1. Januar 2020 um 20 Uhr, am 3. Januar um 14 Uhr (Seniorenvorstellung mit Sonderbuszubringer) am 4. und 5. Januar je 20 Uhr.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen